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Bayerns Wettlauf gegen die Zeit

·Lesedauer: 5 Min.
Bayerns Wettlauf gegen die Zeit
Bayerns Wettlauf gegen die Zeit

“Wir haben in dieser Vorbereitung den kompletten Kader noch nie gesehen”, sagte Julian Nagelsmann nach der 0:3-Pleite gegen Neapel bei der Generalprobe.

Es war die Antwort des neuen Bayern-Trainers auf die Frage von SPORT1, ob er den Kader des deutschen Rekordmeisters denn auch “exzellent” fände, wie Vorstandsboss Oliver Kahn ihn zuvor bei RTL genannt hatte.

Tatsächlich war die sieglose Vorbereitung (Niederlagen gegen Neapel, Köln und Gladbach und Remis gegen Ajax Amsterdam) für Nagelsmann alles andere als optimal. Ohne Erfolgserlebnis in eine Spielzeit kommen, das ist für die Münchner sehr ungewöhnlich. Doch wie aussagekräftig ist die Vorbereitung?

Neuer, Müller und Kimmich erst seit Montag im Training

Fakt ist, dass Nagelsmann mit seiner Aussage recht hat. Für drei seiner wichtigsten Akteure - Manuel Neuer, Thomas Müller und Joshua Kimmich - hieß es erst am ersten Augustmontag “Pfiat di Urlaub - Servus rundes Leder”, wie es Müller in seinem Newsletter “esmüllert” ausdrückte.

Nagelsmann musste Trainingseinheiten und Testspielkader wochenlang mit vielen Jugendspielern auffüllen. Und jetzt, da endlich alle da sind, bleibt kaum mehr Zeit. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Robert Lewandowski steht dem 34-Jährigen schon ein paar Tage länger zur Verfügung als Kapitän Neuer und Co. - der Test gegen Neapel hat aber gezeigt, dass der Weltfußballer noch weit von seiner Topform entfernt ist.

Und selbst wenn der Kader nun vollständig ist, stellt sich die Frage, ob er denn auch wirklich “exzellent” ist. Exzellent bedeutet in diesem Fall so viel wie: Reicht der Kader, um den Bundesliga-Titel zu verteidigen, den DFB-Pokal zu erobern und in der Champions League um den Henkelpott mitzuspielen? Nicht kleiner sind die Ziele des FC Bayern, das ist nichts Neues.

Nagelsmann macht vorsichtigen Transfer-Druck

Wenn es nach den Klub-Verantwortlichen geht, dann reicht der Kader. So kommunizierten es Kahn und auch Präsident Herbert Hainer, der sogar klarstellte, dass die Bayern nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig würden. Nagelsmann selbst scheint sich dessen nicht ganz sicher zu sein.

“Als Fußball-Klub haben wir aber die Aufgabe, den Transfermarkt immer zu sondieren”, sagte er nach dem Neapel-Spiel: “Das hätte sich auch durch vier Siege nicht geändert. Wir müssen immer auf dem Markt schauen, was uns besser macht oder weiterbringt. Und wenn nichts auf dem Markt ist, haben wir einen guten Kader. Man kann aber immer optimieren. Das unterschreibt jeder Trainer der Welt.”

Gleichzeitig hofft Nagelsmann, dass die verletzten Spieler schnell zurückkommen: Alphonso Davies, Lucas Hernández und Marc Roca, die beim Saisonstart definitiv fehlen werden - dazu Kingsley Coman (Rippenprellung) und Niklas Süle (Rückenprobleme), die angeschlagen sind, und Corentin Tolisso, der sich mit dem Corona-Virus infiziert hat.

Droht dem FC Bayern eine Pokal-Blamage?

Sorgen dürfte Nagelsmann vor allem die Defensive bereiten. Gegen Neapel setzte er in der Viererkette auf Benjamin Pavard, Dayot Upamecano, den 19 Jahre alten Tanguy Nianzou und den 21 Jahre alten Josip Stanisic. Funktioniert hat das mäßig, doch viele Alternativen hat der Bayern-Coach auch zum Saisonstart nicht.

In nur vier Tagen fällt der Startschuss im DFB-Pokal beim Bremer SV, falls ein am Montag bekannt gewordener Corona-Fall beim Fünftligisten den Terminplan nicht noch durcheinander wirbelt.

“Wir müssen uns nur irgendwie einspielen”, versuchte Nagelsmann nach der Generalprobe Optimismus zu versprühen. Doch eigentlich ist dafür die Vorbereitung da - und nicht der DFB-Pokal oder die Bundesliga.

Beim Wettlauf gegen die Zeit muss Nagelsmann nun mit seinem Team die letzten Tage nutzen. “Die Spieler brauchen jetzt den Rhythmus, die Inhalte sind sekundär. Wir brauchen viele Aktionen im Training”, betonte er.

Gegen den Oberligisten von der Weser steht für die Bayern also so etwas wie das erste Testspiel mit dem kompletten Kader an. Das Problem: Dabei darf nichts schiefgehen.

Passiert sind den Münchnern derartige Pokal-Blamagen schon. 1980 gegen die SpVgg Bayreuth (0:1) beispielsweise, oder 1990 beim 1. FC Weinheim (0:1). Legendär auch die Pleiten bei Vestenbergsgreuth 1994 (0:1) und dem 1. FC Magdeburg 2000 (2:4 im Elfmeterschießen).

Auftaktspiel in Gladbach unter schlechten Vorzeichen

Bei einem Kaltstart ist die Gefahr der Fortsetzung einer Liste der größten Bayern-Blamagen zumindest latent vorhanden. Ein Sieg gegen den Bremer SV sollte aber im Normalfall gelingen. Deutlich kritischer ist der Start der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach sieben Tage später zu sehen. Mit der Ankunft von Müller, Neuer und Kimmich hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Fohlen haben eine deutlich bessere Vorbereitung gespielt, schlugen auch die Bayern in der Allianz Arena mit 2:0. Außerdem sind die Borussen die Mannschaft, die dem FCB die zwei letzten Bundesliga-Auftaktniederlagen zugefügt hat: 2001 und 2011.

Bei den Bayern-Fans dürfte bei aller Vorfreude auch ein wenig Skepsis mitschwingen. Nagelsmann betonte allerdings, dass ihn die Ergebnisse der Vorbereitung kalt lassen.

“Ich habe keine Sorge. Wenn ich die erste Halbzeit gegen Neapel sehe und die erste Viertelstunde in der zweiten Halbzeit, da waren wir sehr gut im Spiel”, sagte er am Wochenende: “Da hatten wir guten Druck und Zugriff. Und wie wir die Tore bekommen haben, das war kein Problem des Kollektivs, sondern individuelle Fehler.”

Auch deshalb wurde er später noch optimistischer: “Das muss reichen. Es wird alles gut.”

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