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Wo Bayerns Kader die Exzellenz fehlt

·Lesedauer: 4 Min.
Wo Bayerns Kader die Exzellenz fehlt
Wo Bayerns Kader die Exzellenz fehlt
Wo Bayerns Kader die Exzellenz fehlt

Der neue Vorstandschef Oliver Kahn spricht von einem “exzellenten” Kader, Präsident Herbert Hainer lehnt weitere Verstärkungen ab: Statements, die bei vielen Fans des FC Bayern München auf Verwunderung stoßen.

Nicht nur die von Rückschlägen durchzogene und wegen vieler Abwesenheiten kaum aussagekräftige Saisonvorbereitung bereitet Sorgen - die der Blick aufs vollständige Personaltableau nicht vertreibt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Kaum große Transfers, prominente Abgänge wie David Alaba und Jérôme Boateng: Bei vielen drängt sich der Verdacht auf, dass Kahns und Hainers Aussagen weniger eine ehrliche Analyse, sondern mehr ein Versuch sind, eine angespannte Lage schön- und die Spieler starkzureden.

Auch der neue Trainer Julian Nagelsmann ließ zumindest indirekt anklingen, dass weitere Transfers nicht schaden würden, um Meistertitel und DFB-Pokal zu holen und in der Champions League ein Wort mitzureden.

Hat er Recht? Oder ist der Kader des Bundesliga-Rekordmeisters doch besser als sein Ruf? SPORT1 macht den Check.

Kader des FC Bayern München - Tor:

Manuel Neuer ist und bleibt die unumstrittene Nummer 1, Nummer 2 ist nun wieder der vom HSV zurückgekehrte Sven Ulreich anstelle des zum AS Monaco und Trainer Niko Kovac ausgeliehenen Alexander Nübel.

Der 33 Jahre alte Ulreich hat anders als der ambitionierte Nübel keine größeren Karriere-Ziele mehr - Sorgen müssen sich die Bayern auf der Position deswegen aber nicht machen: Mit Ulreich als Neuer-Backup hat es bekanntlich schon einmal zum Triple gereicht.

Außenverteidiger:

Alphonso Davies ist links gesetzt, wenn er wieder fit ist, als Alternative ist weiterhin Lucas Hernandez vorhanden, wenn er innen nicht gebraucht wird - Davies’ Positionsvorgänger Alaba dagegen nicht mehr. Dafür ist Omar Richards vom englischen Zweitligisten FC Reading bekommen, auf höherem Niveau bisher unerprobt.

Die rechte Abwehrposition ist bei Bayern seit langem eine Baustelle und bleibt es: Anstelle von Benjamin Pavard kann Nagelsmann Niklas Süle nach rechts ziehen oder es mit dem klar als Backup definierten Bouna Sarr versuchen - oder auch mit dem auch links einsetzbaren Josip Stanisic, der eine starke Vorbereitung hingelegt hat. Eine Luxusbesetzung sieht trotzdem anders aus.

Innenverteidiger:

Das Triple-Duo Alaba und Boateng ist weg - aber ist ihr Erbe wirklich geregelt? Sowohl Süle als auch 80-Millionen-Mann Hernandez haben auch aufgrund ihrer Verletzungsgeschichte noch nicht konstant die Rolle gespielt, die ihnen zugedacht ist. Derzeit sind beide wieder verletzt bzw. angeschlagen. Pavard wird eher rechts gebraucht.

Der aus Leipzig gewechselte Dayot Upamecano ist der klare Königstransfer des Sommers und wird auch die Bayern-Abwehr prägen - eine gewisse Anlaufzeit, bis er sich auch vereinsintern etabliert, ist aber einzukalkulieren.

Tanguy Nianzou hat in der Vorbereitung weiter riesiges Potenzial angedeutet, braucht aber noch mehr Erfahrung auf hohem Niveau, ebenso wie der ebenfalls vielversprechende Chris Richards.

Mittelfeld:

Das defensive Zentrum mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka dürfte langfristig zur Herzkammer der Bayern und dem Neuaufbau der Nationalmannschaft unter Nagelsmann-Vorgänger Hansi Flick werden, auch offensiv verfügen die Bayern mit Thomas Müller und dem immer mehr nach oben strebenden Jamal Musiala über Top-Niveau.

Was die Backups angeht, ist die Lage allerdings dünner, speziell auch jetzt: Neben Corentin Tolisso, aktuell von einer Corona-Infektion zurückgeworfen, dem verletzten spanischen Muskelmann Marc Roca und Talent Torben Rhein ist nicht viel.

Der aus Nantes zurückgekehrte Ex-Gladbacher Michael Cuisance hat in der Vorbereitung wenig Akzente gesetzt. Besser machte es Juniorennationalspieler Armindo Sieb, der sich ein paar Chancen als Ersatz für Müller oder die Außenstürmer verdient haben könnte. Ob der medial gehandelte Leipziger Marcel Sabitzer wirklich in diesem Sommer zum konkreten Thema wird, ist mit Skepsis zu beobachten.

Angriff:

Weltfußballer Robert Lewandowski ist als Mittelstürmer weiter das unbestrittene Maß der Dinge. Backup Eric Maxim Choupo-Moting ist nicht gleichwertig, aber wohl in etwa die beste Alternative, die sich mit der wenigen Spielzeit zufriedengibt, die Lewandowski ihm lässt. Ansonsten kann weiter Müller echte statt hängende Spitze spielen - eine bewährte Aufteilung.

Die Hierarchie auf den Außenpositionen ist mehr im Fluss, Nagelsmann kann links auf Kingsley Coman und rechts auf Serge Gnabry vertrauen - ansonsten steht und fällt alles damit, ob Leroy Sané es in seiner zweiten Bayern-Saison schafft, die ersehnte Konstanz in die Entfaltung seines Ausnahmekönnens hineinzubringen.

Douglas Costa ist als Alternative weggefallen - die er zuletzt wegen seiner Verletzung aber ohnehin nicht mehr war. Ein weiteres Offensiv-Talent, das neben Sieb näher ans Team herangeführt werden könnte, ist der Deutsch-Ghanaer Christopher Scott.

Fazit:

Dass Bayerns Kader exzellent ist, ist nicht ganz gelogen, aber auch nicht die ganze Wahrheit: Unter normalen Umständen bekommt Nagelsmann eine erste Elf auf Champions-League-Topniveau zusammen. Aber bei weitem nicht auf allen Positionen kann er auf eine verlässliche Doppelbesetzung bauen.

Speziell die Abwehr ist eine größere Bau- und potenzielle Schwachstelle geworden, vor allem gegen größere Gegner, national und international. Nagelsmann macht sich nicht umsonst schon halblaute Transfergedanken.

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