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BayernLB macht 151 Mio Euro Verlust wegen Virus - Jobabbau läuft

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die BayernLB ist im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Grund hierfür ist unter anderem eine gestiegene Risikovorsorge wegen der Coronakrise. Bei ihren geplanten Stellenstreichungen kommt die Bank indes voran.

Der Verlust vor Steuern belief sich auf 151 Millionen Euro, teilte die BayernLB am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum war auf dieser Basis noch ein Gewinn von 51 Millionen Euro angefallen. Für Kreditrisiken legte die Bank insgesamt 72 Millionen Euro zurück. Hinzu kam ein negatives Fair-Value-Ergebnis von 65 Millionen Euro.

„Die Coronakrise schlägt sich jetzt auch in den Bankbilanzen nieder, auch wenn wir noch keine konkreten Einzelfälle mit akutem Risikovorsorgebedarf haben”, erklärte Vorstandschef Stephan Winkelmeier. “Natürlich stellen wir uns darauf ein, dass wir im laufenden Geschäftsjahr angesichts des prognostizierten Konjunktureinbruchs Kreditausfälle zu verzeichnen haben werden.”

Eine belastbare Vorhersage für das Jahresergebnis sei derzeit nicht möglich, erklärte die Bank weiter. Zugleich stellte sie aber weiter zunehmende Risikovorsorge in Aussicht.

Mehr Vorsorge erwartet

”Bei der Größe unseres Kreditportfolios muss man statistisch mit Ausfällen von rund 200 Millionen Euro im Jahr rechnen. Es ist klar, dass wir für 2020 aufgrund der Coronokrise hier von einem höheren Wert ausgehen müssen”, sagte Finanzvorstand Markus Wiegelmann in einem Bloomberg-Interview.

Mit der gestiegenen Risikovorsorge in den ersten drei Monaten angesichts der Coronakrise folgt die BayernLB anderen Banken in dieser Woche:

Aareal Bank AG gab eine Erhöhung der Vorsorge auf 58 Millionen Euro im ersten Quartal bekannt, mehr als das Zehnfache des VorjahreswertesDeutsche Pfandbriefbank AG bezifferte die Corona-Belastungen im Quartal auf 45 Millionen Euro, ein Großteil davon wegen VorsorgeCommerzbank AG sprach von Pandemie-Belastungen in Höhe von 479 Millionen Euro, wobei sich das Risikoergebnis vervierfachte

Innerhalb des Sparkassen-Sektors gehört die BayernLB neben der NordLB zu den wenigen Großinstituten, die einen Einblick zum Geschäftsverlauf im 1. Quartal gewähren. Helaba, LBBW und DekaBank verzichten auf die Vorlage von Dreimonatszahlen.

Neue Strategie erarbeitet

Im Dezember hatte die BayernLB eine neue Strategie präsentiert. Demnach wird sie das Kapitalmarktgeschäft deutlich zurückfahren und in Zukunft verstärkt auf die Tochter DKB und das gewerbliche Immobiliengeschäft setzen. Der mehrjährige Umbau werde 2020 und 2021 das Ergebnis belasten, warnte sie schon damals. Nun kommen auch noch Kosten aus der Coronakrise hinzu.

Im Rahmen der neuen Ausrichtung hatte die BayernLB auch die Streichung von zunächst 400 Stellen angekündigt. Hier macht die Bank Fortschritte, wie es am Donnerstag hieß. Bislang sei der Abbau von rund 150 Vollzeitstellen vertraglich vereinbart worden.

Wiegelmann: ”Über die Stellenstreichungen, die über den angekündigten Abbau von 400 Stellen hinausgehen, werden wir innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre entscheiden. Bisher konzentriert sich der Abbau auf das Kapitalmarktgeschäft.”

(Ergänzt um CFO-Interview im fünften und letzten Absatz)

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