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Trinchieri nach Pokal-Triumph: "Kein Pool Rotwein, aber..."

·Lesedauer: 5 Min.
Trinchieri nach Pokal-Triumph: "Kein Pool Rotwein, aber..."
Trinchieri nach Pokal-Triumph: "Kein Pool Rotwein, aber..."

Die Basketballer von Bayern München haben nach einer historischen Leistung in der EuroLeague "dahoam" ihren ersten Titel seit zwei Jahren gewonnen. (Alles zum BBL Pokal)

Im einem packenden Finale um den Pokal der easycredit Basketball Bundesliga (BBL) besiegte die Mannschaft des italienischen Trainers Andrea Trinchieri Double-Gewinner ALBA Berlin in eigener Halle mit 85:79 (41:39) und setzte damit zugleich ein Zeichen vor den am Mittwoch beginnenden Playoffs um die deutsche Meisterschaft.

Die Bayern lagen aufgrund miserabler Wurfausbeute im ersten Viertel bereits mit 15 Punkten zurück (14:29/10. Minute), starteten dann aber eine Aufholjagd und gingen durch zwei verwandelte Freiwürfe von Kapitän Vladimir Lucic zum Halbzeitstand von 41:39 erstmals in Führung. "Wir sind unheimlich gut zurückgekommen", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer in der Pause bei MagentaSport, "das zeigt den Charakter unserer Mannschaft."

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Nach der Pause war es ein offenes Spiel, in dem sich die Bayern dann aber einen Vorsprung von bis zu zehn Punkten erarbeiteten und den Schlussspurt der Berliner mit ganz viel Mühe überstanden. Aufseiten der Bayern überzeugte vor allem Nationalspieler Paul Zipser, der mit 18 Punkten bester Schütze war.

Zipser führt die Bayern an

Wie wichtig Zipser für die Bayern ist, zeigte die Tatsache, dass der Shooting Guard nach 25:12 Minuten erstmals auf die Bank ging. Im vierten Viertel musste er dann aber zwangsweise auf die Bank - fünf Fouls bedeuteten das Aus für den Topscorer der Münchner. Treffsicherster Berliner war Jayson Granger (17 Punkte).

Die letzten Minuten wurden für ihn zur Hölle, umso erleichterter war Zipser nach dem Spiel: "Es ist super geil, Zuhause das Ding zu gewinnen. Für mich persönlich war es auch eine offene Rechnung, weil wir hier in München den Pokal auch schon mal verloren haben. Es fühlt sich einfach extrem geil an, dass wir uns jetzt mit dem ersten Titel belohnen."

Auch Leon Radosevic war extrem glücklich über den Sieg: "Das ist die erste Krönung für alles, was wir in dieser Saison machen." Dazu dankte er auch noch den Physios, die die Spieler nach dem Overtime-Krimi im Halbfinale gegen Ulm wieder fit gemacht hatten: "Ich muss mich bei den Physios bedanken. Die haben die ganze Nacht gearbeitet, um uns zu regenerieren. Ich bin sehr dankbar, dass wir das Spiel heute absolvieren konnten."

Bei Nils Giffey von ALBA Berlin überwog nach dem Spiel naturgemäß die Enttäuschung. "Es ist extrem frustrierend für uns", gab er einen Einblick in seine Gemütslage und fügte hinzu: "Wir haben es irgendwie nicht geschafft, unseren Stempel auf das Spiel zu bekommen und unseren Speed reinzubekommen."

Trinchieri feiert mit Zigarre, aber ohne Pool

Der Erfolg entlockte auch Andrea Trinchieri einen kleinen Freudenausbruch. Zwar werde er heute keinen Pool Rotwein trinken, wie er es bei einem EuroLeague-Sieg angekündigt hatte, aber "eine gute Flasche, vielleicht zwei und eine gute Zigarre" werde es geben.

Dazu hatte Radosevic auch noch eine Kampfansage für die anstehenden BBL-Play-offs in petto: "Wir wussten, als der Spielplan rauskam, dass wir in der Liga etwas Probleme haben werden. Aber nach dem EuroLeague-Aus konnten wir uns ganz auf die BBL konzentrieren und ich glaube, wir schaffen es bis zum Ende."

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Für die Münchner ist es seit dem Aufstieg der erste Titel, den sie zu Hause holten. Als Gastgeber im Audi Dome hatten sie 2016 gegen ALBA das Pokalfinale verloren (65:67), im Vorjahr schieden sie beim Endturnier um die deutsche Meisterschaft in der eigenen Halle im Viertelfinale aus: Wieder verließen am Ende die Berliner das Parkett als Sieger.

Bayern feiern dritten Pokalsieg

Nun stoppten die Bayern den Rivalen auf dessen Weg zum elften und damit Rekordsieg im Pokal und feierten ihren dritten Erfolg in diesem Wettbewerb.

Die Münchner haben damit zugleich den Grundstein für ihr zweites Double nach 2018 gelegt, damals gewannen sie die Finalserie um die Meisterschaft gegen ALBA mit 106:85 im entscheidenden fünften Spiel.

Im Viertelfinale der Play-offs treffen die Münchner als Viertplatzierter der Vorrunde auf die Hakro Merlins Crailsheim, Alba spielt als Tabellenzweiter gegen die Towers aus Hamburg. Ein erneutes Duell der Rivalen ist im Finale möglich.

Bayern mit OT-Wahnsinn im Halbfinale

Die Bayern hatten die Hoffnung vom ersten Titelgewinn in eigener Halle in einem Halbfinale-Krimi erhalten - das zudem nicht ohne Nachspiel geblieben war. Nach dem 104:102 (84:84, 49:36) nach zweimaliger Verlängerung gegen ratiopharm Ulm. Die Verlierer legten danach Protest ein, weil der Münchner Wade Baldwin gegen Ende der zweiten Overtime trotz seines fünftes Fouls kurz weiterspielte. Der Protest wurde abgewiesen, da das Kampfgericht den Ausschluss nicht bekanntgegeben hatte.

Acht Tage zuvor hatten die Bayern nach dem Aus im ersten Viertelfinale einer deutschen Mannschaft in der EuroLeague noch eine deutliche Niederlagen gegen Ulm in der Bundesliga kassiert. In der zweiten Verlängerung gelangen Vladimir Lucic, mit 24 Punkten bester Schütze, und Zipser die entscheidenden Körbe für die Münchner. Lucic hatte zuvor in der regulären Spielzeit beim 84:84 die Entscheidung verpasst. (BBL Pokal: Alle Spiele und Ergebnisse)

Wesentlich deutlicher war der Sieg von ALBA ba im Halbfinale: Der Berliner kamen zu einem 112:96 (55:49) gegen die BG Göttingen.

Zwei Coronafälle bei den Niedersachsen hatten vier Wochen zuvor zur Absage und der Verschiebung des Finalturniers gesorgt.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)