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Bayer Leverkusen trennt sich von Seoane – Xabi Alonso übernimmt

Bayer Leverkusen zieht die Reißleine, gibt Trainer Gerardo Seoane den Laufpass. Der Nachfolger steht schon in den Startlöchern - und hat einen großen Namen.

Xabi Alonso übernimmt bei Bayer (Symbolbild: Reuters)
Xabi Alonso übernimmt bei Bayer (Symbolbild: Reuters)

Nun ist es amtlich! Ein Weltmeister für den Werksklub, neuer Glanz für die Liga.

Xabi Alonso wird neuer Trainer bei Bayer Leverkusen. Der Spanier ersetzt den zuletzt glücklosen Gerardo Seoane und soll den freien Fall der Rheinländer stoppen.

Alonso erhält in Leverkusen einen Vertrag bis Sommer 2024. Dies teilte der Klub am Tag nach dem 0:2 (0:0) beim FC Porto mit.

Der ehemalige Welt- und Europameister wird schon im Kellerduell gegen Aufsteiger Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr) auf der Bank sitzen.

Laut der spanischen Zeitung Marca erhält Alonso einen Vertrag bis Sommer 2024.

Xabi Alonso übernimmt sofort als Chefcoach

Unter Seoane hatte Bayer zuletzt nur zwei von zwölf Pflichtspielen gewonnen und ist auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzt.

„Mit Xabi Alonso haben wir einen Coach unter Vertrag genommen, der als Spieler über viele Jahre hinweg ein absoluter Weltklasse-Profi war, ein intelligenter Stratege und extrem erfolgreich in gleich drei der anspruchsvollsten europäischen Ligen“, sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes.

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Der Name Alonsos war schon am späten Dienstagabend nach Leverkusens ärgerlichen, weil absolut vermeidbaren Niederlage in Portugal durch die Gänge des Estadio do Dragao gewabert.

Die Frage nach seiner Zukunft als Bayer-Trainer versuchte der Schweizer Seoane da noch so gut es ging zu ignorieren - doch es half nichts, Alonso übernimmt.

Erfahrungen schon beim FC Bayern

„Ich kenne Leverkusen aus meiner Zeit in Deutschland als einen hervorragenden Verein. Bayer 04 hatte immer tolle Spieler, auch im jetzigen Kader sehe ich viel Qualität“, sagte Alonso.

Und fügte an: „In meinen Gesprächen mit dem Verein wurde schnell deutlich, dass man hier trotz der aktuell schwierigen Lage grundsätzlich und weiterhin ehrgeizige Ziele verfolgt. Diese Aufgabe reizt mich sehr und ich bin sicher, dass wir diesem Anspruch gerecht werden.“

Das wird auch dringend nötig. Die magere Ausbeute von nur drei (von neun möglichen) Punkten in der Champions League war den Bayer-Bossen um Fernando Carro am Ende zu wenig.

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Im STAHLWERK Doppelpass bei SPORT1 hatte Leverkusens Geschäftsführer bereits am Sonntag eine Ablösung angedeutet. „Wir haben ja vor eineinhalb oder zwei Wochen gesagt, wir vertrauen ihm und wollen den Turnaround mit ihm schaffen. Aber wir sind nicht blauäugig. Und sie können davon ausgehen, dass wir nicht unvorbereitet sind. Und mehr kann ich dazu auch nicht sagen“, erklärte Carro.

Carro deutet Trennung im STAHLWERK Doppelpass an

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Zumal Leverkusen da auch schon in der ersten Runde des Pokals am Drittligisten SV Elversberg gescheitert war. „Leider sind wir vom Erfolgsweg abgekommen“, sagte Rolfes, dies habe „den Trainerwechsel aus unserer Sicht zwingend notwendig gemacht.“

Seoane nahm es mit Bedauern, blieb aber fair: „Es tut weh und ich bin traurig, denn ich habe hier sehr gerne gearbeitet“, postete er bei Instagram.

Und ergänzte: „Den Verantwortlichen bin ich sehr dankbar für die Chance, die man mir hier in Leverkusen gegeben hat. Danke auch an die Fans, die uns immer – auch in schwierigen Phasen – stark unterstützt haben. Meiner Mannschaft wünsche ich, dass sie diesen Schnitt nutzen und schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückkehren kann. Ich bin stolz darauf, wie wir bis zum Schluss zusammengehalten haben.“

Selbst die verblasenden Erinnerungen an die vielen starken Auftritte und Platz drei in der vergangenen Saison nützten Seoane am Ende nicht mehr. Alonso übernimmt.

Leverkusen stürzt sportlich ab unter Seoane

Sportlich hatte sich Bayers Situation in Portugal weiter zugespitzt.

Vier Tage nach dem 0:4-Debakel in München präsentierte sich die Werkself in Porto zwar verbessert, doch unterm Strich stand am dritten Spieltag der Champions League die zweite Niederlage.

Seoane gab sich dennoch alle Mühe, „den Blick sofort wieder nach vorne zu richten“ und „die positiven Dinge mitzunehmen“. Er forderte, in der Offensive „viel effizienter vor dem Tor“ zu sein. Und hinten müsse man in gewissen Situationen „ein bisschen böser sein“.

Vorgaben, die nun ohne ihn umgesetzt werden müssen.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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