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Baupreise für Wohnungen im November 17 Prozent über Vorjahr – doch Ifo-Umfrage zeigt nachlassenden Preisdruck am Bau

Der Bau neuer Wohnungen war hierzulande im November um rund 17 Prozent teurer als vor einem Jahr.  - Copyright: Picture Alliance
Der Bau neuer Wohnungen war hierzulande im November um rund 17 Prozent teurer als vor einem Jahr. - Copyright: Picture Alliance

In Deutschland werden dringend mehr neue Wohnungen gebraucht. Die Bundesregierung hat sich auf die Fahne geschrieben, den Neubau von 300.000 auf 400.000 Wohnungen pro Jahr zu steigern. Das Vorhaben stockt aber aus vielen Gründen. Neben fehlenden günstigen Grundstücken und steigenden Zinsen haben hohe Auflagen sowie Engpässe bei Material und Arbeitskräften die Baupreise stark in die Höhe getrieben.

Im November war der Neubau von Wohngebäuden in Deutschland im Mittel um 16,9 Prozent teurer als vor einem Jahr. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Baupreise für Wohnungen stiegen damit deutlich schneller als die allgemeine Inflationsrate, die im November bei 10,0 Prozent lag.

Im Wohnungsbau war zum Jahresende noch keine Entlastung bei den Preisen zu spüren. Der Baupreisindex wird alle drei Monate erhoben. Im August 2022 waren die Baupreise zum Vorjahr ähnlich stark um 16,5 Prozent gestiegen.

In den kommenden Monaten könnte der Preisdruck aber etwas nachlassen. Das Ifo-Institut ermittelte in einer Umfrage, dass im Bauhauptgewerbe deutlich weniger Unternehmen als bisher ihre Preise erhöhen wollen. Im Bauhauptgewerbe fiel der Index für die Ifo Preiserwartungen von 38,4 auf 28,3 Punkte – und damit so tief wie in keiner anderen Branche. Die Punkte des Index geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Wert von 28,3 legt also nahe, dass die Baupreise weiter steigen, aber mit gebremstem Tempo.

Die Preise steigen dabei quer durch alle Gewerke recht gleichmäßig. Rohbauarbeiten an Wohngebäuden waren 15,8 Prozent teurer. Dabei verteuerten sich Betonarbeiten um 17,6 Prozent und Mauerarbeiten um 13,6 Prozent. Bei Dacharbeiten stiegen die Kosten etwas stärker um 20,3 Prozent, Erdarbeiten waren 15,7 teurer. Etwas stabiler waren die Preise bei Zimmer- und Holzarbeiten mit plus 5,1 Prozent.

Wie der Neubau verteuerte sich auch der Ausbau von Wohnhäusern stark um 17,8 Prozent. Hier fielen vor allem Tischlerarbeiten mit plus 19,5 Prozent ins Gewicht. Bei Heizanlagen stiegen die Preise um 19,0 Prozent, für Elektroarbeiten m 17,1 Prozent. Wärmedämmung wurde um 16,5 Prozent teurer.

Die Neubaupreise für Bürogebäude und für gewerbliche Betriebsgebäude stiegen um knapp 18 Prozent. Im Straßenbau erhöhten sich die Preise um 19,3 Prozent zum November 2021.