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Bauern kontern 'Befindlichkeiten' der Supermarktketten

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BERLIN (dpa-AFX) - Im Streit um geplante Neuregelungen zum Schutz kleinerer Lebensmittel-Lieferanten hat der Bauernverband die großen deutschen Handelsketten scharf kritisiert. Viele Bauernfamilien stünden seit langem unter massivem wirtschaftlichen Druck, heißt es in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief. Dieser gehe maßgeblich vom Preiswettbewerb aus, den der Einzelhandel mit seinen Strukturen und seinem Einkaufsverhalten erzeuge und anheize. Vor diesem Hintergrund fehle den Landwirten jegliches Verständnis für die öffentlich gewordenen "Befindlichkeiten" der Handelsketten.

Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) hatten sich in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über Äußerungen von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) beschwert. "Wir sind über diesen massiven Angriff auf die Reputation unserer Unternehmen zutiefst erschrocken und fühlen uns persönlich diskreditiert", schrieben sie. Klöckner hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der kleinere Lieferanten davor bewahren soll, unter Druck gesetzt zu werden. Ziel ist, Praktiken wie plötzliches Stornieren bestellter verderblicher Ware oder einseitige Änderungen von Zahlungsbedingungen zu verbieten.