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BASF verzichtet bis Ende 2025 auf betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen

Die neue Standortvereinbarung gilt für 34.000 Beschäftigte. Sie sieht zudem am Stammwerk höhere Investitionen als in den Vorjahren vor.

Konzernleitung und Arbeitnehmervertretungen des Chemieunternehmens BASF haben für rund 34.000 Beschäftigte im Stammwerk Ludwigshafen eine neue Standortvereinbarung unterzeichnet. BASF verzichtet für die Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 auf betriebsbedingte Kündigungen, zudem sollen jährlich durchschnittlich mindestens 1,5 Milliarden Euro in den Standort investiert werden, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Es gehe um „gelebte Sozialpartnerschaft in schwierigen Zeiten“, sagte BASF-Vorstand Michael Heinz mit Verweis auf die Coronakrise. Der Betriebsrat begrüßte den Schritt.

„Gerade angesichts der derzeitigen Krisensituation ist der vorzeitige Abschluss der Standortvereinbarung ein starkes, positives Signal an die Belegschaft und für die Region“, sagte der Vorsitzende Sinischa Horvat nun.

Die neue Vereinbarung löst die derzeitige Standortvereinbarung ab, die Ende dieses Jahres abgelaufen wäre und zwischen 2016 und 2020 Investitionen von mindestens sechs Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich 1,2 Milliarden Euro pro Jahr vorsah.

Die Verhandlungen von Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern begannen bereits im vergangenen Sommer, als BASF einen Abbau von weltweit 6000 Stellen, die Hälfte davon in Deutschland, angekündigt hatte. Die Arbeitnehmervertreter hatten bei den Gesprächen ihren Schwerpunkt unter anderem auf den weiteren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen legen wollen.

Die Coronakrise hatte BASF im ersten Quartal die Bilanz verhagelt. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 885 Millionen Euro. Das sind 37 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der weltgrößte Chemiekonzern vor wenigen Tagen mitgeteilt hatte.

Den erst Ende Februar veröffentlichten Ausblick für 2020 strich BASF wieder. Angesichts der Pandemie ließen sich aktuell keine konkreten Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung treffen, hieß es.

Vereinbarung mit Öffnungsklausel

Der Standort Ludwigshafen hat sich seit seiner Gründung 1865 mit rund 2000 Gebäuden auf einer Fläche von mehr als zehn Quadratkilometern zum weltweit größten zusammenhängenden Chemieareal entwickelt. Vorstandsmitglied und Standortleiter Michael Heinz sagte, auch wenn die Investitionen in diesem Jahr angesichts der Krise etwas verhaltener ausfallen sollten, sei er zuversichtlich, dass man über die Jahre den angepeilten Durchschnittwert erreiche.

Für die Vereinbarung gebe es auch eine Öffnungsklausel. „Wenn es uns komplett den Boden unten den Fußen wegzieht“, müsse man sich diese noch einmal anschauen. Bislang sei die Öffnungsklausel aber noch nie gezogen worden, auch nicht in der Finanzkrise.