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BASF beendet Projekte mit Gen-Kartoffeln in Europa

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Ludwigshafen (dapd). Der Chemiekonzern BASF bringt seine Gentechnik-Aktivitäten in Europa zum Abschluss. Angesichts langwieriger Genehmigungsprozesse und Protesten von Gentechnikgegnern zieht der DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Konzern die Reißleine bei den Kartoffelprojekten Fortuna, Amadea und Modena. Weitere Investitionen könnten wegen regulatorischer Unwägbarkeiten und drohenden Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden, teilte BASF am Dienstag in Ludwigshafen mit. Einer Sprecherin zufolge wurden von 13 Feldversuchen im vergangenen Jahr vier von Gentechnikgegnern zerstört.

Zur Höhe der Schäden oder der bisherigen Investitionen in die Projekte wollte die Sprecherin aber keine Angaben machen. Auch bei Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für Futtermais mit verbesserten Nährstoffen in den USA habe der Konzern keine Zukunft mehr gesehen. Sie würden ebenfalls nicht fortgesetzt. In den USA gingen etwa 40 Arbeitsplätze verloren. Bei den europäischen Kartoffelprojekten seien nur noch eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigt gewesen. Sie würden andere Aufgaben im Konzern bekommen, sagte die Sprecherin.

Die BASF hatte vor fast genau einem Jahr den Rückzug vom europäischen Gentechnikmarkt angekündigt und die Zentrale für Pflanzenbiotechnik in die USA verlegt. Das Unternehmen begründete den Umzug der BASF Plant Science von Limburgerhof nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina mit fehlender Akzeptanz der Technik in Europa. Die Entwicklung und Kommerzialisierung aller Produkte, die ausschließlich auf den europäischen Markt ausgerichtet sind, werde gestoppt, hieß es.

Dennoch hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr auf mehreren Feldern in Europa, unter anderem in Sachsen-Anhalt, gentechnisch veränderte Kartoffeln ausgebracht.

dapd