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BASF-Aktie bei 56 Euro! Ein guter Zeitpunkt für einen Verkauf?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
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Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) hat am 11. November eigentlich etwas ziemlich Unspektakuläres erreicht: Die Anteilsscheine notierten auf einem Aktienkurs von ca. 56 Euro. Das ist nicht einmal ein Verlaufshoch innerhalb der letzten Tage und Wochen gewesen. Noch am 10. November notierten die Anteilsscheine schließlich auf einem Aktienkurs von über 58 Euro. Aber: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Oder bei einem aktuelleren Aktienkurs.

Trotzdem konnte die BASF-Aktie in den letzten Tagen ordentlich zulegen. Noch am 6. November notierten die Anteilsscheine unter 50 Euro je Aktie. Das zeigt, wie sehr sich der DAX-Chemiekonzern, beziehungsweise der breite Markt, über die Ankündigung eines möglichen Impfstoffs gefreut hat, der auch bei BASF für einen operativen Turnaround sorgen könnte.

Für mich stellt sich heute jedoch eine etwas andere Frage: Ist die Aktie auf dem derzeitigen Kursniveau möglicherweise ein Verkauf? Lass uns dazu einen näheren Blick auf die aktuelle Ausgangslage riskieren.

BASF-Aktie: Aktuelle Zahlen im Blick!

Wie wir mit Blick auf die BASF-Aktie und aktuelle Zahlen jedenfalls feststellen können, sind die vergangenen Wochen und Monate weiterhin schwierig gewesen. Mit Blick auf die Zahlen für die ersten neun Monate korrigierte der Konzernumsatz um 3 % im Jahresvergleich auf ca. 43,2 Mrd. Euro. Die Ergebniskennzahlen sind noch stärker eingebrochen.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag in den ersten drei Quartalen mit 4,54 Mrd. Euro rund 31 % unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern aus dem fortgeführten Geschäft lag mit -2,18 Mrd. Euro sogar in der Verlustzone. Lediglich der Verkauf einzelner Unternehmensbereiche führt unterm Strich dazu, dass für die ersten neun Monate ein Ergebnis je Aktie von 2,11 Euro im positiven Bereich dasteht. Das jedoch ebenfalls 37 % unter dem Vorjahreswert notiert. Wenn wir lediglich das fortgeführte Geschäft berücksichtigen, so beläuft sich der Verlust je Aktie sogar auf 2,30 Euro.

Das zeigt, wie sehr BASF momentan zu kämpfen hat. Das könnte natürlich ein Indikator dafür sein, dass ein Turnaround mittel- bis langfristig erreicht werden kann. Als zyklischer DAX-Chemiekonzern gibt es schließlich immer konjunkturelle Hoch- und Tiefpunkte. Zumal sich die Aussichten durch einen Impfstoff wirklich zu verbessern scheinen, wobei eine Rückkehr zur Normalität natürlich trotzdem weitere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Was ist mit der Dividende?

Aus Turnaround-Gesichtspunkten könnte die BASF-Aktie daher einen näheren Blick verdient haben und ein Verkauf nicht unbedingt zielführend sein. Zumal die Anteilsscheine des DAX-Chemiekonzerns weiterhin deutlich unter dem Rekordhoch von ca. 97,55 Euro notieren. Dieser Wert ist zu Anfang des Börsenjahres 2018 erreicht worden.

Allerdings könnte es einen anderen Grund geben, weshalb Foolishe Investoren möglicherweise über einen Ausstieg nachdenken sollten: die Dividende. BASF ist, wenn wir das fortgeführte Geschäft in den Fokus rücken, derzeit nicht profitabel. Das liegt natürlich an der momentanen Wirtschaftskrise. Trotzdem lag das Ergebnis je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft in den roten Zahlen.

Mit den Spartenverkäufen ist das Neunmonatsergebnis zwar mit 2,11 Euro positiv. Trotzdem dürfte selbst dieser Wert kaum ausreichend sein (nicht mal auf das Gesamtjahr hochgerechnet), um die zuletzt ausgeschüttete Dividende von 3,30 Euro auszuzahlen. Das zeigt, dass hier möglicherweise eine Kürzung anstehen könnte.

Selbst wenn nicht, so hieße das, dass BASF die Dividende massiv aus der Substanz zahlen wird. Auch vor diesem Hintergrund hat das Management bereits angekündigt, die Dividendenpläne zumindest auf den Prüfstand stellen zu wollen. Warnende Worte? Ja, vielleicht.

BASF-Aktie: Bei 56 Euro verkaufen?

Die BASF-Aktie ist daher ein zweischneidiges Schwert. Grundsätzlich könnte der DAX-Chemiekonzern mittel- bis langfristig mehr Turnaround-Potenzial besitzen. Zumal die Aktie im Vergleich zu den letzten Jahren eher preiswert ist, was natürlich fundamentale Gründe hat.

Wer auf die BASF-Aktie jedoch als Einkommensinvestor setzt, der könnte einen Verkauf jetzt möglicherweise jedoch trotzdem in Erwägung ziehen. Vielleicht wackelt hier die Investitionsthese einer stabilen, nachhaltigen Dividende. Operativ, so zeichnet es sich jedenfalls ab, ist das fortgeführte Geschäft derzeit nicht in der Lage, die zuletzt üppigen Zahlungen auch nur ansatzweise zu decken.

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Vincent besitzt Aktien von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020