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Wie Bankfilialen zusehends an Bedeutung verlieren

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Immer mehr Kunden erledigen nicht nur Überweisungen online. Eine Studie sagt voraus: Auch komplexere Bankgeschäfte wie Kreditaufnahmen werden bald digital erledigt.

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass immer mehr Verbraucher in Deutschland Onlinebanking nutzen. Dabei geht es nicht nur darum, den Kontostand zu prüfen oder über das Onlinebanking Überweisungen anzustoßen.

Auch der Anteil der digitalen Produktabschlüsse dürfte binnen kurzer Zeit deutlich zunehmen, prognostiziert die Beratungsfirma Oliver Wyman. Das heißt, dass Verbraucher verstärkt Kreditverträge und Versicherungen komplett digital abschließen oder Konten online eröffnen.

Oliver Wyman erwartet, dass im Jahr 2022 rund 60 Prozent der Produktabschlüsse über das Online- oder Mobile-Banking erfolgen. 2019 lag der Anteil bei 47 Prozent.

Entsprechend sinkt laut der Prognose der Anteil der Produktabschlüsse in der Filiale – von zuletzt 38 Prozent auf 29 Prozent in zwei Jahren. Der restliche Anteil entfällt auf Abschlüsse über Callcenter sowie beispielsweise mobile Bankberater. Die aktuelle Krise führe „zu einem signifikanten Wandel im Kundenverhalten und damit der Kanalnutzung“, so die Beratungsfirma.

Das spiegele sich in einem „beschleunigendem Relevanzverlust der Filiale“ wider, sagt Oliver-Wyman-Partner René Fischer. Die Beratungsfirma rechnet damit, dass die Zahl der Filialen von Banken und Sparkassen bis Ende 2022 auf rund 21.000 sinkt – ein Minus von mehr als 20 Prozent gegenüber 2019. Auch andere Beobachter gehen davon aus, dass die Coronakrise das Filialsterben beschleunigt.

Einige Geldhäuser haben zuletzt deutliche Filialstreichungen angekündigt. So erklärte die Deutsche Bank Ende September, dass sie relativ schnell jede fünfte Filiale aufgeben will. Statt 500 soll es bald nur noch gut 400 Geschäftsstellen in Deutschland geben - halb so viele wie vor zehn Jahren. 2010 hatte die größte deutsche Bank noch 835 Filialen.