Suchen Sie eine neue Position?

Aus „Bankenunion“ wird „Finanzmarktunion“

Am Donnerstagabend hat EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy ein Arbeitspapier zur Vertiefung der Währungsunion vorgelegt. Dieser Bericht der „Quadriga“ – bestehend aus EU-Kommissionschef José Manuel Barroso, EZB-Präsident Manuel Draghi, Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker sowie dem Ratspräsidenten – versucht, die bereits bekannten Überlegungen für eine runderneuerte Europäische Union zu konkretisieren. Von einer „Bankenunion“, wie sie in den vergangenen Wochen und Monaten diskutiert wurde ist darin keine Rede mehr. Stattdessen skizziert Van Rompuy eine „Finanzmarktunion“, deren erster Schritt die Einführung einer gemeinsamen Euro-Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB sein soll. Die Gesetzgebung für diese Aufsicht befände sich in der Endphase, heißt es und soll ab dem 1. Januar 2014 arbeitsfähig sein. Dieses Datum stellt auch den frühestmöglichen Zeitpunkt dar, an dem der Euro-Rettungsfonds ESM marode Banken direkt rekapitalisieren könnte. Die Regelungen für eine Direktrekapitalisierung sollen dem Papier zufolge bis zum 31. März 2013 beschlossen sein.Als weiteren Schritt zu einer „Finanzmarktunion“ nennt die Quadriga die Schaffung einer gemeinsamen Behörde für die Bankenabwicklung. Ergänzt werde sie durch einen Euro-Abwicklungsfonds, der die Schließung maroder Banken finanzieren soll. Dieser Fonds sollte sich den ursprünglichen Überlegungen zufolge aus Vorabbeiträgen aller Banken füllen. Da dies aber ein langfristiges Procedere darstelle, stellt das Papier für die kurze Frist eine Kreditlinie des Krisenfonds ESM an den Abwicklungsfonds zur Diskussion. Die ursprünglich von der Kommission verfolgte Idee eines europäischen Einlagensicherungsfonds taucht hingegen nicht mehr auf. Van Rompuy betont lediglich die Notwendigkeit einheitlicher Maßstäbe für die nationalen Fonds.(PD)

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • Großbritannien steigt beim Ärmelkanal-Zug Eurostar aus
    Großbritannien steigt beim Ärmelkanal-Zug Eurostar aus

    Großbritannien steigt komplett beim Betreiber des Schnellzugverkehrs unter dem Ärmelkanal aus. Der Abschied von Eurostar spült insgesamt rund 757 Millionen Pfund (1,04 Mrd Euro) in die Staatskasse, wie Finanzminister George Osborne mitteilte.

  • Ikea baut Möbel mit Handy-Ladestationen Yahoo Finanzen - Di., 3. Mär 2015 11:24 MEZ

    Das schwedische Möbelhaus Ikea will in Zukunft Möbel anbieten, die drahtlos Handyakkus aufladen. Tische oder Lampen dienen dann als „Aufladekabel“.

  • Forscher haben eine Schwachstelle in der Verschlüsselung beim Internet-Surfen mit dem Safari-Browser von Apple sowie Smartphones mit dem Google-System Android entdeckt. Dadurch konnte der Datenverkehr beim Besuch eigentlich abgesicherter Websites entschlüsselt werden.

  • Alles neu macht der März – in diesem Monat treten gleich mehrere neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Eine davon dürfte besonders viele Menschen begeistern: Ab 1. März soll die Steuererklärung erleichtert werden, wie "Focus" berichtet. Dafür gibt es künftig ein vorausgefülltes Formular vom Finanzamt. Alle bereits gesammelten …

  • Immobilien: verschenken oder vererben? Klüger kaufen - Di., 3. Mär 2015 14:46 MEZ

    Immobilien im Wert von über einer Billion Euro werden in den kommenden Jahren vererbt. Das freut auch den Staat, denn wenn Häuser und Wohnungen den Eigentümer wechseln, kassiert er kräftig mit. Deshalb gilt es zu überlegen, den Besitz schon zu Lebzeiten zu übertragen, um Steuern zu sparen, rät Finanztest in der aktuellen …

 
  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »