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Banken in Deutschland streichen Tausende Stellen

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Frankfurt/Main (dapd). Die Folgen der Finanzkrise bedrohen die Jobs Tausender Bankangestellter in Deutschland: Allein am Donnerstag gab die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) die Streichung von konzernweit bis zu 6.000 Stellen bekannt, die HypoVereinsbank baut bis zu 600 Arbeitsplätze ab. Da passte es ins Bild, dass der Versicherungskonzern Allianz erklärte, sein Bankgeschäft unter der Marke "Allianz Bank" bis Jahresmitte einzustellen, wodurch 450 Stellen wegfallen.

Die Entwicklung ist keine Überraschung. Seit der Krise müssen sich die Banken an das völlig veränderte Umfeld anpassen. Einige Geschäftsbereiche rentieren sich überhaupt nicht mehr und fallen weg, besonders im Investmentbanking. Die neuen Kapitalanforderungen nach der geplanten Richtlinie Basel III schränken ebenfalls die bisherigen Möglichkeiten der Banken ein, mit wenig Eigenkapital viel Geld zu verdienen.

Die Commerzbank bezifferte den geplanten Abbau mit 4.000 bis 6.000 Stellen bis 2016. Dieser Umfang stand gerüchteweise seit längerem im Raum. Von Februar an will die Konzernleitung mit den Betriebsräten über die exakte Zahl und die Bedingungen verhandeln.

Ende 2011 wies das Institut 49.250 Stellen weltweit aus, rund 34.000 davon im Inland. Da nicht jeder Mitarbeiter eine volle Stelle hat, liegt die Zahl der Beschäftigten höher. Im dritten Quartal 2012 waren es nach Angaben des Instituts insgesamt 56.300 Mitarbeiter, davon 43.400 in Deutschland.

Im November hatte die Commerzbank bereits ihre neue Strategie bekanntgegeben, mit der sie nach Jahren der Krise, Milliardenverlusten und der Rettung durch den Steuerzahler wieder langfristig profitabel werden soll. Der neue Schwerpunkt liegt auf dem Privatkundengeschäft, das bisher die Erwartungen nicht erfüllen kann. Bis 2016 will die Bank nach den Worten von Vorstandschef Martin Blessing zwei Milliarden Euro investieren und die Kosten zugleich unter der heutigen Marke von knapp 7,3 Milliarden Euro halten.

HypoVereinsbank schließt offenbar auch zwölf Filialen

Bei der HypoVereinsbank sollen nach Angaben aus Bankenkreisen in diesem Jahr bis zu 600 Arbeitsplätze wegfallen und mehr als zwölf Filialen geschlossen werden. Es habe bereits Gespräche mit Arbeitnehmervertretern gegeben, hieß es. Die deutsche Tochter der italienischen Bank Unicredit hatte bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellen abgebaut. Zuletzt beschäftigte sie in Deutschland rund 17.000 Mitarbeiter und unterhielt etwa 780 Geschäftsstellen.

Die Allianz Deutschland gab bekannt, ihr defizitäres Bankgeschäft in den eigenen Filialen beenden zu wollen. Die Marke "Allianz Bank" werde am 30. Juni eingestellt, 450 Arbeitsplätze fielen dadurch weg. Die geplanten Maßnahmen würden nun mit den Arbeitnehmervertretern besprochen. Möglicherweise könnten Mitarbeiter auf andere Stellen in der Versicherung wechseln, die bundesweit 30.000 Mitarbeiter zählt.

Die Allianz Bank war 2009 als Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank AG (Düsseldorf: OLB.DU - Nachrichten) (OLB) gegründet worden. Die Wachstumserwartungen hätten sich jedoch nicht erfüllt, die Bank sei defizitär geblieben, teilte das Versicherungsunternehmen weiter mit.

dapd

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