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Banco Santander aus Spanien übernimmt Wirecard-Kerngeschäft

·Lesedauer: 2 Min.
Wirecard-Sitz in Aschheim bei München
Wirecard-Sitz in Aschheim bei München

Die spanische Großbank Banco Santander übernimmt das Kerngeschäft des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard. "Trotz ungünstigster Voraussetzungen" habe der Verkauf erfolgreich abgeschlossen werden können, teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Montagabend mit. Banco Santander wird demnach die Technologieplattform von Wirecard in Europa sowie "alle dafür notwendigen Vermögenswerte" übernehmen.

Gleichzeitig werde "der Großteil aller verbliebenen Wirecard Mitarbeiter" Teil des globalen Händlerservice-Teams von Santander", fügte der Insolvenzverwalter hinzu. Damit sei das Ziel erreicht worden, "eine bestmögliche Lösung" für die Mitarbeiter sowie die Gläubiger zu finden. Den Mitarbeitern biete sich nun wieder eine "positive Perspektive".

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und soll nach Angaben des Insolvenzverwalters "voraussichtlich bis Ende des Jahres" abgeschlossen sein. Der erfolgreiche Verkauf sei "umso bemerkenswerter, als der gesamte Prozess durch immer neue Skandal-Meldungen über Geschehnisse in der Vergangenheit überschattet wurde und anfänglich keine Liquidität zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs verfügbar war", erklärte Jaffé.

Mit dem Verkauf des Kernbereichs von Wirecard seien knapp drei Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die wesentlichen laufenden Geschäftsbetriebe verwertet worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Insolvenzverwalter hatte zuvor bereits die eigenständigen Tochtergesellschaften in Brasilien, Rumänien und Nordamerika verkauft. Die Erlöse flossen demnach an die jeweiligen Gläubiger. Derzeit laufen laut Jaffé noch Investorenprozesse für weitere Tochtergesellschaften unter anderem in Asien, Südafrika und der Türkei. Auch hier werde in den nächsten Wochen mit Ergebnissen gerechnet.

Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass in der Bilanz aufgeführte Gelder von 1,9 Milliarden Euro, die vermeintlich auf asiatischen Bankkonten lagern sollten, nicht auffindbar seien. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Am Donnerstag befasst sich erneut ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss mit dem Skandal - auch mit möglichen Versäumnissen der Aufsichtsbehörden. Zu einer Befragung im Bundestag wurde auch Ex-Wirecard-Chef Markus Braun geladen. Angehört werden sollen zudem die ehemaligen Manager Stephan Freiherr von Erffa und Oliver Bellenhaus. Sie sitzen alle getrennt voneinander in Bayern in Haft. Brauns Anwälte gingen jedoch gerichtlich gegen die persönliche Ladung vor. Sie forderten stattdessen eine Videoschalte.

muk/cha