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Bahnchef Lutz: „Jeder Cent der elf Milliarden wird in die Infrastruktur fließen“

Die zusätzlichen elf Milliarden Eigenkapital für den Staatskonzern rufen viele Kritiker auf den Plan. CEO Richard Lutz versucht nun, diese zu besänftigen.

Bahn und Bund versuchen gemeinsam die Kritik an elf Milliarden Euro zusätzlichem Eigenkapital zu entschärfen. Die bereits vom Bundestag beschlossene Finanzspritze des Bundes von jährlich einer Milliarden Euro bis 2030 für die Deutsche Bahn soll nicht dem Gesamtkonzern, sondern der Tochter DB Netz und damit ausschließlich der Infrastruktur zukommen. Das versicherten Bahnchef Richard Lutz und der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferleman aus dem Verkehrsministerium in Berlin an diesem Donnerstag.

Laut Ferleman gibt es viele Infrastruktur-Maßnahmen, die klein seien, aber enorm wichtig für das Gesamtnetz. „Die werden wir aus der reinen Kapitalerhöhung finanzieren, die wir den Infrastruktur-Unternehmen geben.“ Lutz versicherte: „Jeder Eurocent der elf Milliarden wird in die Infrastruktur fließen.“

Die Bundesregierung hatte die Kapitalerhöhung im Rahmen der Klimabeschlüsse im Herbst zugesichert. Wettbewerber der Deutschen Bahn hatten das kritisiert. Sie befürchteten, dass der Staatskonzern mit dem gestärkten Eigenkapital unter anderem Züge finanzieren und somit einen Vorteil bei Ausschreibungen etwa im Nahverkehr erzielen könnte.

Neben den elf Milliarden fließen in diesem Jahr 5,4 Milliarden Bundesmittel in die Instandsetzung des Schienennetzes, weitere jeweils 2,2 Milliarden Euro in Aus- und Neubauprojekte sowie verschiedene Modernisierung und Instandsetzungsmaßnahmen.

Insgesamt will die Deutsche Bahn in diesem Jahr 12,2 Milliarden Euro investieren nach 10,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Bis 2030 sind insgesamt Investitionen von 86 Milliarden Euro in das Bahnnetz geplant.