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Bahn und EVG erzielen Einigung in erneuten Tarifverhandlungen

·Lesedauer: 2 Min.
Hauptbahnhof München (AFP/Christof STACHE)

Nach der Einigung mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Deutsche Bahn auch mit der Gewerkschaft EVG eine Einigung erzielt und die laufende Tarifrunde damit endgültig abgeschlossen. Bis mindestens Februar 2023 seien Bahnstreiks ausgeschlossen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Die EVG erklärte, der Betriebsfrieden sei wieder hergestellt und eine Spaltung der Belegschaft verhindert worden.

Konkret einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber zusätzlich zum gültigen Tarifabschluss unter anderem auf Corona-Beihilfen: In diesem Jahr gibt es 600 Euro für die Beschäftigten, im kommenden Jahr kommen noch einmal 500 Euro dazu. Außerdem seien "zusätzliche Mittel" für die Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitgestellt worden. Zudem wurde vereinbart, die geltenden Entgeltstrukturen künftig auf den Prüfstand zu stellen.

Die Regelungen kommen in den Bahnbetrieben zur Anwendung, in denen die EVG die Mehrheit der Mitarbeitenden organisiert.

Eigentlich hatten sich EVG und Bahn schon im September 2020 auf einen Tarifvertrag geeinigt und unter anderem 1,5 Prozent mehr Lohn vereinbart - das gilt weiterhin. Mit der Lokführergewerkschaft GDL, die ihren Forderungen zuvor mit mehreren Streiks Nachdruck verliehen hatte, gelang der Bahn dann im September dieses Jahres eine Einigung, die über den Abschluss mit der EVG hinausging. Daraufhin trat die EVG in Nachverhandlungen mit der Bahn ein.

Wer nun beide Abschlüsse miteinander vergleiche, werde "kaum Unterschiede feststellen", erklärte die EVG. "Uns war und ist es wichtig, dass es keine Spaltung innerhalb der Eisenbahnerfamilie gibt." Das sei erreicht worden.

"Diese Tarifrunde war aufgrund der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens und der tarifpolitischen Gemengelage extrem herausfordernd", erklärte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Dennoch sei es gelungen, Tarifverträge abzuschließen, die Wertschätzung für die Mitarbeitenden ausdrückten und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens absicherten. "Alle Beteiligten - allen voran unsere Kundinnen und Kunden - können jetzt wieder sicher planen", erklärte Seiler.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bezeichnete den Tarifabschluss als "gute Nachrichten für alle Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer nach den langen Wochen der Tarifauseinandersetzungen". Die Einigung sei gut für die Bahn, "weil an dieser Stelle Ruhe einkehrt", und gut für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, da ihre Arbeit wertschätzt werde, erklärte Scheuer. Nun gehe es darum, "dass wir unsere Bahn nach vorne bringen und die klimafreundliche Schiene zum Verkehrsträger Nummer eins machen".

jm/mt

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