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Bad Bank der HRE findet Käufer für die irische Tochter

Schnell, Christian
·Lesedauer: 2 Min.

Der Abwickler FMS verkauft den irischen Staatsfinanzierer Depfa an die österreichische Bawag PSK. Der Skandal um die Hypo Real Estate ist damit noch nicht zu Ende.

Mehr als ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise kommt die Aufarbeitung der Altlasten einen großen Schritt voran. Die Münchener FMS Wertmanagement, die der Bund im Jahr 2010 für die Abwicklung der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) gegründet hat, hat nach langen Verhandlungen einen Käufer für den irischen Staatsfinanzierer Depfa gefunden. Die österreichische Bank Bawag PSK übernimmt das Institut. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Der Verkauf der Depfa zeigt, wie zäh die Verwertung der komplexen Finanzstrukturen des einstigen Dax-Konzerns HRE noch heute ist. Bereits seit knapp zwei Jahren sucht FMS-Vorstandssprecher Christoph Müller nach einem Käufer für die irische HRE-Tochter. Der Prozess sollte den ursprünglichen Planungen zufolge bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen sein.

Zuvor hatte FMS die Bilanz der irischen Tochter deutlich verschlankt. Von 2014 bis Ende 2019 schrumpfte die Bilanzsumme der Depfa von 48,5 Milliarden Euro auf 8,9 Milliarden. Das Portfolio der Depfa bestand bis dahin vor allem aus Staatsanleihen und Krediten an die öffentliche Hand in Westeuropa. Deren Abbau ging auch im vergangenen Jahr weiter.

Die HRE gilt noch immer als das größte Problem, das die Krise der Jahre 2008 und 2009 für den deutschen Finanzmarkt brachte. Schuld war ein Geschäftsmodell, das auf langfristigen Finanzierungen im Immobiliensektor basierte, aber nur kurzfristig refinanziert war. Als der HRE das Aus drohte, sprang der Staat ein und sorgte über die neu gegründete FMS für eine geordnete Auflösung des gewaltigen Wertpapierbestandes.

Von den rund 175 Milliarden Euro, mit denen die Münchener Abwicklungsanstalt im Jahr 2010 gestartet war, lagen Ende 2019 noch knapp 70 Milliarden Euro im Portfolio. Mittlerweile stammen knapp drei Viertel aus Großbritannien, Italien und den USA. Fast die Hälfte der Papiere hat Laufzeiten, die zwischen 2030 und 2040 enden. Manche komplexe Finanzierung geht gar über das Jahr 2060 hinaus.

Erschwerte Bedingungen

Im Herbst hatte nicht nur die zweite Welle der Coronakrise den Verkauf der Depfa erschwert. Das Institut kann mit seiner Banklizenz Geschäfte in der gesamten Europäischen Union betreiben. Lange Zeit sah es so aus, als würden speziell britische Banken im Zuge des Brexits Interesse an dem Dubliner Institut zeigen. Doch schon im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass sich britische Banken vermehrt eigene Lizenzen für den EU-Raum sicherten, sodass dieses Verkaufsargument an Bedeutung verlor.

Mit dem Verkauf der Depfa ist FMS-Vorstandssprecher Christoph Müller im Strategieplan des Hauses einen großen Schritt vorangekommen. Im Jahr 2019 startete die FMS das Projekt „Next“, an dessen Ende die Selbstauflösung der Abwicklungsanstalt stehen soll. Ziel ist es dabei, das Portfolio bis ins Jahr 2025 so umzustrukturieren, dass es an anderer Stelle weitergeführt und die FMS Wertmanagement aufgelöst werden könnte.

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