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Bündnis fordert Özdemir zu gerechterer Agrarpolitik auf

BERLIN (dpa-AFX) -Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) setzt sich aus Sicht mehrerer Agrar-Organisationen auf europäischer Ebene zu wenig für eine gerechtere und ökologischere Agrarpolitik ein. "Minister Özdemir und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben jedes Jahr die Möglichkeit, den Strategieplan der EU anzupassen und zu verändern", sagte Phillip Brändle, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), am Donnerstag bei der Vorstellung des "Kritischen Agrarberichts" des Bündnisses.

Bislang habe Özdemir diese Chancen nicht genutzt. "Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt", sagte Brändle. In der neuen Förderperiode der sogenannten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU seien zwar "zaghafte Verbesserungen" vorgesehen, was die Entlohnung von Bäuerinnen und Bauern bei sogenannten öffentlichen Leistungen angehe - Investitionen in Klima-, Umwelt- und Tierschutz. Doch diese müssten in deutlich größerem Umfang vorgenommen werden.

"Minister Özdemir muss in diesem Jahr ein Konzept vorlegen, wie die GAP nach 2027 aussieht, und er muss einen Umbaupfad beschreiben, wie die landwirtschaftlichen Betriebe stückweise auf diesem Weg mitgenommen werden können", forderte Brändle.

Kritik gab es vom Agrarbündnis auch für das von Özdemir geplante verpflichtende Logo für frisches Schweinefleisch im Handel, das Verbraucherinnen und Verbraucher über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren soll. Dieses System stelle nur den Status quo in den Ställen dar und werde keine Dynamik in den Tierschutz bringen, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Es fehlten zudem andere relevante Tierarten wie Geflügel oder Rind. "Ich halte das für nicht ausreichend, wenn wir die Transformation begleiten wollen", kritisierte Schröder.

Das Agrarbündnis, in dem unter anderem auch der BUND sowie der Bio-Anbauverband Demeter vertreten sind, veröffentlicht seit mehr als 30 Jahren den "Kritischen Agrarbericht" jedes Jahr zur Grünen Woche. Schwerpunkt in der aktuellen Ausgabe ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft.