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Wird der Börsengang von Robinhood das Schicksal von GameStop erleiden?

Motley Fool Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Investoren, die auf die Chance warten, Aktien von Robinhood zu kaufen, der Online-Trading-App, die dazu beigetragen hat, das Investieren in Aktien zu demokratisieren, indem sie Transaktionsgebühren eliminiert hat, könnten das jüngste GameStop-Drama mit Sorge betrachtet haben.

Viele Händler machen Robinhood für den Zusammenbruch der Aktie des Videospielhändlers verantwortlich, nachdem sie innerhalb weniger Tage um 1.700 % gestiegen war, nur um in der folgenden Woche 90 % ihres Wertes zu verlieren. In diesem Zusammenhang wurde der Verdacht geäußert, dass Robinhood eng mit den Hedge-Fonds zusammenarbeitet, die mit ihren Short-Positionen Milliarden von Dollar verloren haben, weil sie den Kauf von GameStop und anderen sogenannten Meme-Aktien verboten oder eingeschränkt haben.

Robinhood hat gehofft, dieses Jahr durch einen Börsengang oder eine andere direkte Notierung an die Börse zu gehen (es hat Goldman Sachs zu diesem Zweck angeheuert). Hat die Trading-App ihren Ruf so sehr beschädigt, dass ein Börsengang nicht gut ankommen wird?

Ein volatiler Mix

Robinhood hat eine sehr plausible Erklärung für seine Aktionen, die nichts mit der Rettung von Leerverkäufern zu tun hat.

Wenn ein Investor eine Aktie kauft oder verkauft, dauert es einige Zeit, bis der Handel abgewickelt ist. Auch wenn es in deinem Brokerkonto praktisch augenblicklich zu sein scheint, bedeutet die sogenannte T+2-Anforderung, dass der eigentliche Handel erst nach zwei Tagen abgewickelt wird (in den vergangenen Jahren war es sogar noch länger). Da die separate Robinhood-Securities-Abteilung der Trading-App Einzahlungen bei den Clearinghäusern vornehmen muss, um die Trades abzudecken, zwang die extreme Aktivität des massiven Short-Squeeze-Handels Robinhood dazu, den Kauf bestimmter Aktien zu begrenzen, bis es genug Kapital aufbringen konnte.

Robinhood sagt, dass es nur eine Handvoll Aktien waren, die praktisch das gesamte Handelsvolumen antrieben – eine Situation, die CEO Vlad Tenev als ein beispielloses Ereignis beschrieb.

Mit einer solch massiven Konzentration auf nur wenige Aktien musste Robinhood sich etwas einfallen lassen, um das Risiko abzumildern. Da die Clearinghäuser ursprünglich Milliarden von Dollar an Einlagen verlangten, war die Auferlegung von Handelsbeschränkungen und die Hinterlegung von etwa 700 Millionen US-Dollar die Lösung.

Absprachen zum Schutz der Reichen

Aber es ist nicht einfach, ein solches Gerücht zu überstehen. Der Market Maker Citadel Securities ist der größte Kunde von Robinhood und generierte allein im Dezember rund 12,4 Millionen US-Dollar an Marktaufträgen, während der separate Citadel-Hedgefonds dabei half, den befreundeten Hedgefonds Melvin Capital davor zu bewahren, unter der Last seiner GameStop-Shortwette zu versinken. Daher sind viele nach wie vor davon überzeugt, dass die Handels-App unter Druck gesetzt wurde, Trades zu blockieren, um den Hedgefonds Zeit zu geben, ihre Short-Positionen zu decken.

Obwohl es regulatorische Mauern gibt, die zwischen dem Hedgefonds und seinem Wertpapiergeschäft errichtet wurden (und zwischen Robinhoods Handelsplattform und seiner Wertpapierabteilung), glauben viele immer noch, dass diese Barrieren leicht zu überwinden waren, als Milliarden von Dollar auf dem Spiel standen.

Für eine App namens Robinhood, die mit der Erklärung “Lasst sie handeln!” startete, war es eine kleine Ironie, dass ihre Aktionen die milliardenschweren Hedgefonds-Betreiber vor dem Ruin bewahrten, während sie gleichzeitig die Möglichkeiten der Kleinanleger begrenzten.

Es gibt kein grüneres Gras

Viele Trader haben die App verlassen, nachdem sie den Kauf von GameStop-Aktien eingeschränkt hat. Einem Analysten zufolge sind etwa 40 % der Robinhood-Trader, die die App verlassen haben, zur Cash-App von Square gewechselt, während Fidelity, Stash und TD Ameritrade ebenfalls einen Zustrom an neuen Kunden verzeichneten.

Oberflächlich betrachtet, deutet dies auf mögliche Probleme bei einem eventuellen Börsengang hin. Robinhood hatte im letzten Jahr einige andere Pannen, die für Unzufriedenheit unter den Nutzern sorgten, aber diesen vermeintlichen Investorenaufstand mit einem scheinbar eisernen Handschuh zu unterdrücken, könnte der schädlichste sein.

Dennoch sollte sich Robinhood nicht wirklich Sorgen machen. Selbst als einige Investoren flohen, sagten viele, dass sie zurückkehren würden. Wie P.T. Barnum gesagt haben soll, gibt es so etwas wie schlechte Publicity nicht. Selbst auf dem Höhepunkt der Kontroverse wurde die App 600.000 Mal an nur einem Tag heruntergeladen, was darauf hindeutet, dass der Wirbel Robinhood einfach Millionen von Dollar an kostenloser Werbung beschert hat.

Laut Apptopia ist Robinhood nach wie vor die beliebteste Trading-App weltweit, was die Anzahl der Downloads angeht, und liegt damit weit vor der zweitplatzierten App Webull.

Kurzfristiger Gedächtnisverlust

Die Trader ziehen bereits weiter zu ihren nächsten Aktien-Zielen. Marihuana-Produzenten wie Tilray und Aurora Cannabis sind gerade an einem Tag um 50 % bzw. 21 % gestiegen, was laut einem Portfoliomanager durch “die Reddit-Armee und Freunde” verursacht wurde.

Ob sie Robinhood benutzt haben, um die Aktie in die Höhe zu treiben, ist unbekannt, aber die Popularität der Trading-App bleibt weitgehend ungetrübt und ihr Börsengang wird zweifellos noch ein Hit werden.

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Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 17.02.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Square.

Motley Fool Deutschland 2021