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Börsenexperte Müller warnt Anleger vor Jubelsprüngen nach Haushaltskompromiss in USA

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Haushaltskompromiss in den USA, Kurssprünge am deutschen Aktienmarkt - doch Börsenexperte Dirk Müller warnt deutsche Anleger vor zu viel Euphorie. "Es ist ein fauler Kompromiss, wie so oft", sagte der als "Mr. DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) " bekannt gewordene Börsenhändler am Mittwoch im Yahoo (NasdaqGS: YHOO - Nachrichten) -Interview. Durch die Einigung sei lediglich ein wenig Zeit gewonnen worden. "Es bleibt aber eine angespannte Situation", sagte er.

In der Nacht hatte das US-Repräsentantenhaus den mühsam erkämpften Haushaltskompromiss von Demokraten und Republikanern abgesegnet. Durch die Einigung werden zahlreiche automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen umgangen. Jedoch wurden einige wichtige Entscheidungen und damit weitere Konflikte lediglich vertagt. Spätestens im März muss der US-Kongress eine Obergrenze für die Staatsverschuldung festlegen. Auf seiner Internetseite cashkurs.com spricht Müller von einer "Fiskalklippe XXL", die dann auf die USA zukomme.

Weltweit gingen die Aktienkurse am Mittwoch nach oben, auch der deutsche Leitindex DAX legte deutlich zu. Beobachter werteten den Anstieg als Folge der Einigung in den USA. Müller sieht das jedoch anders. "Das mag mit reinspielen. Solche Sprünge hatten wir am Jahresanfang aber regelmäßig", sagte er. Anleger trennten sich üblicherweise am Jahresende von "Verliereraktien" und sparten auf Investitionen im neuen Jahr. Auch Handelshäuser gäben zum Jahresbeginn neue Geldtranchen frei. Viele Mittel würden bereits zum ersten Börsentag des Jahres ausgegeben, um keine Entwicklung zu verschlafen, sagte Müller.

In den USA sei dagegen ein Schneeballsystem in vollem Gang, das die eigentlichen Probleme des Landes immer wieder verschiebt. "Die gesamte Belastung des Staatswesens in den USA ist so hoch wie kaum irgendwo auf der Welt", sagte der Börsenexperte. Das ließe sich durch billiges Geld und Kredite zwar noch weiter strecken, löse das eigentliche Problem aber nicht.

Während die Haushaltslage in den USA Müller zufolge also keine Jubelsprünge bei Anlegern auslösen sollte, hat sie seiner Meinung nach aber auch keine negativen Folgen. "Die Ampeln an der Börse sind weiter auf Grün gestellt", sagte er. Der DAX stehe kurz vor einem Höchstwert. "Sollte die Marke von 8.150 durchbrochen werden, könnte es ein Kursfeuerwerk geben", erwartet er und hält in dem Fall sogar ein Erreichen der 10.000er-Marke für möglich.

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