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Börsencrash voraus – Wie du jetzt davon profitieren kannst

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs Börsencrash Crash an der Börse
Bär im Anzug steht vor sinkendem Kurs Börsencrash Crash an der Börse

Diese Woche hat mit steigenden Infektionszahlen, weltweiten Lockdown-Maßnahmen und teilweise schwachen Quartalszahlen den Anlegern in Erinnerung gerufen, dass die Krise doch noch nicht ausgestanden ist. So beläuft sich der Verlust in der letzten Oktoberwoche für den DAX auf 8,6 %. Das Robert Koch-Institut rechnet damit, dass eine umfassende Impfung der Bevölkerung erst 2022 möglich ist. Zwar haben sich die Aktienkurse durch die Maßnahmen der Notenbanken und Staaten in Rekordzeit vom Börsencrash im Frühjahr erholt. Trotzdem sollte man nicht den Fehler machen und die Situation zu optimistisch betrachten.

Hör allerdings auch nicht auf irgendwelche Crashpropheten und löse jetzt dein komplettes Depot auf. Vielmehr geht es darum, sich eine passende Strategie für einen möglichen Bärenmarkt zurechtzulegen. Im Fokus sollte dabei immer die langfristige Betrachtung stehen. Nachfolgend stelle ich dir einige Möglichkeiten vor, um von einem Börsencrash zu profitieren.

Immer voll investiert oder das richtige Timing

Die erste Möglichkeit ist, immer voll investiert zu sein. Die Investorenlegende Peter Lynch meint dazu, dass Anleger weitaus mehr Geld verloren haben, weil sie versucht haben, sich auf eine Korrektur vorzubereiten oder diese vorauszusehen, als in der Korrektur selbst. Allein die Inflationsrate und das allgemeine Wirtschaftswachstum machen es wahrscheinlich, dass der breite Aktienmarkt in 30 Jahren höher als heute notiert. Allerdings gibt es mit dem Nikkei ein warnendes Beispiel, dass sich diese Annahme nicht immer bestätigt. Mit Ken Fisher hat ein anderer berühmter Investor ermittelt, dass zwischen 1926 und 2011 62 % der Börsenmonate im S&P 500 positiv waren. Er folgert daraus, dass Anleger mehr Angst davor haben sollten, Anstiege des Markts zu verpassen, als einen Crash zu erleben.

Gegen diesen Ansatz spricht vor allem die menschliche Psyche. Gemäß der Verlustaversion wirken Verluste für Menschen doppelt so schlimm als die Freude über einen Gewinn in der gleichen Höhe. Wenn man sich jetzt selbst wiedererkennt, ergibt es Sinn, eine gewisse Cashquote für den nächsten Börsencrash zu halten. Ein berühmter Vertreter für diesen Ansatz ist Warren Buffett, der im letzten Quartalsbericht seiner Holding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) 146,6 Mrd. an liquiden Mitteln auswies.

Er ist bei der Aktienauswahl äußerst wählerisch und wartet zur Not lieber jahrelang auf die richtige Bewertung für einen Kauf. Die Cashquote ergibt sich daher bei ihm automatisch, wenn er keine interessanten Investments findet. Mit Beteiligungen in Krisen wie bei American Express (WKN: 850226) hat er einen großen Teil seines Vermögens geschaffen. Da die wenigsten von uns einen Konzern an der Börse kaufen möchten, ist es sinnvoll, sein Investmentkapital nach einer festen Regel einzuteilen. So kann man je Rücksetzer von 10 % 1.000 Euro investieren.

Welche Lösung gibt es noch für die Krise?

Eine interessante Mischung aus den beiden Ansätzen sind Sparpläne, die bei verschiedenen Banken und Brokern für Aktien, ETFs oder Fonds möglich sind. Dadurch wird monatlich ein fixer Betrag gespart. Ich habe kürzlich einen solchen für Intel (WKN: 855681) angelegt. Als Folge dessen habe ich trotz des Einbruchs infolge der jüngsten Quartalszahlen nur eine geringe Summe verloren. Auf der anderen Seite sammle ich jetzt eine größere Menge der Anteile zu einem niedrigeren Preis ein. Nach der Auswahl der geeigneten Anlageform und der Sparquote hat man mit diesem Ansatz wohl die geringste Arbeit unter der Zeit und man läuft nicht Gefahr, sich während der Krise falsch zu verhalten.

Egal für welchen Weg sich Investoren entscheiden, für einen der drei Ansätze sollten sich Anleger entscheiden. Der große Vorteil dabei ist, dass man auch in der Panik eines Börsencrashs nach klaren Regeln handelt und nicht nach Gefühl agiert. Die größten Fehler wären in der Krise nichts zu tun oder sogar das Geld aus dem Kapitalmarkt abzuziehen. Mit den gezeigten Methoden sollte es Anlegern möglich sein, nach dem bekannten Zitat von Warren Buffett zu handeln: „Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind.“

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und Intel. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short December 2020 $210 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Intel.

Motley Fool Deutschland 2020