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Börsencrash? Ja, bitte!

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance

Die Erholung nach dem Börsencrash am Anfang des Jahres kam schnell und unerwartet. Innerhalb weniger Monate hat der DAX fast wieder sein Vorkrisenniveau erreicht. Aber seit im Sommer die Marke von 13.000 Punkten übersprungen wurde, ist nicht mehr viel passiert. Der DAX tritt seit Monaten auf der Stelle, und hin und wieder sieht es so aus, als würde jetzt ein neuer Crash starten.

Als langfristig orientierter Anleger sollte man sich darüber freuen. Denn in einem Börsencrash finden sich die interessantesten Schnäppchen.

Großer Crash eher unwahrscheinlich

Prinzipiell ist ein neuer Börsencrash in dem Ausmaß, wie er am Anfang des Jahres stattgefunden hat, aber eher unwahrscheinlich. Die Befürchtungen von damals haben sich größtenteils nicht bewahrheitet. Die Unternehmensgewinne sind nicht ins Bodenlose gefallen und es ist bisher nicht zu riesigen Pleitewellen gekommen. Die meisten Unternehmen haben die Rally nach dem Crash sogar genutzt, um sich mit Liquidität einzudecken, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.

Selbst wenn es noch einmal zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen kommen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit eines ähnlichen Börsencrashs eher gering. Denn am Anfang des Jahres kam die Infektionswelle aus heiterem Himmel und es war keineswegs klar, mit welchen wirtschaftlichen Folgen zu rechnen ist. Zudem hat man aus dem ersten Lockdown viel gelernt. Eine Bedingung für den Neustart der Produktion in vielen Unternehmen war es, dass die strengen Hygienevorgaben eingehalten werden können. Daher ist ein erneuter Lockdown zunehmend unwahrscheinlich.

Fallende Kurse zum eigenen Vorteil nutzen

Sollte es aber doch aus dem einen oder anderen Grund zu einem Börsencrash kommen, sollte man vorbereitet sein und sich bereits eine Liste mit Kaufkandidaten erstellt haben. Wenn der Kurs einer der Aktien dann einbricht, schlägt man zu und kauft. Denn welcher Zeitpunkt könnte besser für Käufe sein als ein Kurssturz? Die Tatsache, dass der Aktienkurs fällt, sagt schließlich nichts über das Unternehmen aus. Wenn am Markt erst mal Panik herrscht, werden selbst die hochqualitativsten Aktien mit nach unten gerissen. Für Anleger sind aber genau das die besten Gelegenheiten, um hervorragende Beteiligungen günstig zu kaufen.

Denn viel zu häufig kommt es vor, dass Anleger den Erfolg ihrer Anlageentscheidungen rein auf Basis der Kursentwicklung bewerten. Wenn man die Aktien eines gut geführten Unternehmens kauft, das den Gewinn Jahr für Jahr steigern kann und den Gewinn sinnvoll verwendet, also gute Investitionsentscheidungen trifft, kommt der Kursgewinn früher oder später von ganz allein. Denn langfristig zählen die Ergebnisse des Unternehmens. Wenn man sich nicht dazu verleiten lässt, bei plötzlichen Kursverlusten zu verkaufen, wird man als Anleger von dieser Entwicklung profitieren. Daher sollte man sich als Anleger über jeden Börsencrash freuen.

Sei gierig, wenn andere ängstlich sind

Aktuell sieht es nicht danach aus, als könnte es in absehbarer Zeit zu einem neuen Börsencrash kommen. Die meisten Unternehmen haben sich mit Liquidität vollgesogen und können besser als erwartete Zahlen vorweisen. Selbst eine neue Infektionswelle würde wohl nicht mehr so schwere wirtschaftliche Folgen haben, da man inzwischen besser vorbereitet ist. Aber ein Börsencrash kann aus heiterem Himmel auftauchen und alle Pläne durcheinanderwirbeln. Als Anleger sollte man daher besser immer damit rechnen, dass die Kurse ohne offensichtlichen Grund purzeln könnten, und bereit sein, Schnäppchen aufzusammeln.

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