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Börsen geben nach Corona-Erkrankung von US-Präsident Trump nach

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Ein Tweet von Donald Trump zu seiner Corona-Infektion löst deutliche Reaktionen an den Märkten aus. US-Futures geben nach und der Dax startet mit moderaten Verlusten.

Auf Twitter teilte US-Präsident Donald Trump der Welt mit, dass „die First Lady und ich heute Nacht positiv auf Covid-19 getestet wurden“ und sich sofort in Quarantäne begeben werden. Binnen weniger Minuten reagierten die Märkte weltweit mit deutlichen Reaktionen: Die US-Futures gaben nach und auch die Märkte in Asien notierten im Minus. Die Futures auf die drei wichtigen Indizes Dow Jones, S & P-500 und Nasdaq liegen nun alle zwischen 1,3 und 1,7 Prozent im Minus.

Nachdem in Japan der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent schwächer bei 23.029,90 Punkten aus dem Handel gegangen war, startete auch der Dax mit Verlusten in den Handelstag. Er liegt aktuell 1,42 Prozent im Minus bei 12.559 Punkten. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verlor am Freitagmorgen 1,09 Prozent auf 27 051 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte rund 1,3 Prozent ein.

Der Dollar legt dagegen zu, denn die Nachfrage für die Weltreservewährung stieg an. Dies belastet im Gegenzug den Euro. Der Kurs für die europäische Gemeinschaftswährung hat am Freitag in den ersten Handelsstunden deutlich nachgegeben. Im frühen Handel sank der Wert für einen Euro unter die Marke von 1,17 US-Dollar.

Am Rohstoffmarkt gab der Ölpreis nach. Ein Barrel leichtes US-Öl verbilligte sich um 3,9 Prozent auf 37,22 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 39,40 Dollar 3,7 Prozent weniger. Der Ölpreis steuert damit auf ein Wochenminus von sechs Prozent in den USA beziehungsweise sieben Prozent bei Brent zu, das ist der zweite Wochenrückgang in Folge. Neben dem Positiv-Test des US-Präsidenten lastete auch der Stillstand in den Verhandlungen über ein weiteres Konjunkturpaket in den USA auf der Stimmung.

Experten warnen nun vor allem vor einer höheren Volatilität und einem Ausverkauf von Risikoaktiva.

„Von Trumps Krankheitsverlauf wird jetzt abhängen, inwieweit er die Amtsgeschäfte in den kommenden Wochen wahrnehmen kann“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. „Die Auswirkungen sowohl auf die US-Politik, insbesondere bei der Verhandlung des nächsten Hilfspaketes, als auch auf den US-Wahlkampf können immens sein.“

Nach Ansicht von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ist nun in der heißen Phase des Wahlkampf zusätzliche Unsicherheit entstanden: „Die Auswirkungen auf die Wahl sind dabei offen. Wenn Trump nicht ernsthaft erkrankt, könnte ihm das sogar zum Vorteil gereichen, ähnlich wie dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro.“ Sollte er dagegen starke Symptome entwickeln, müsse er seinen Wahlkampf unterbrechen und seine Gegner würden ihm noch mehr vorwerfen, dass er das Virus verharmlost habe, so der Ökonom.

Julian Wee, Anlagestratege der Credit Suisse hat zumindest für die Entwicklung der Märkte noch Hoffnung. „Die erste Reaktion des Marktes war negativ, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich das als nachhaltig erweist“, erklärt er. „Letztendlich wird sich der Markt, wenn die anfängliche reflexartige Reaktion vorbei ist, wahrscheinlich darauf konzentrieren, was das für die Wahlen bedeuten könnte. Wir gehen von einer Wende zugunsten der Demokratie aus, was so ziemlich mit den jüngsten Umfragen übereinstimmt.“

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Mit Agenturmaterial.