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An der Börse fallen Glücksritter zuerst

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Börse Wall Street
Börse Wall Street

Seit Ausbruch des Coronavirus sind einige bemerkenswerte Dinge an der Börse geschehen. Zunächst gab es den Corona-Crash im März 2020, der die Aktien von Unternehmen aus verschiedensten Branchen in die Tiefe schickte. Während manche Aktien am Boden blieben (zum Beispiel touristische), erlebten anderen Börsentitel eine wahre Rallye. Das trifft vor allem auf technologisch getriebene Unternehmen zu. Auch einige Börsengänge wurden im vergangenen Jahr zu regelrechten Kursfeuerwerken.

Zweifelsohne betrifft diese positive Entwicklung Aktien von Unternehmen, die tatsächlich auch von der Coronakrise profitieren. Da ist es nur folgerichtig, dass diese Aktien an Wert zulegen. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass zunehmend mehr Glücksritter an die Börse strömen. Per Definition ist ein Glücksritter eine Person, die sich auf ein Abenteuer begibt und sich dabei auf ihr Glück verlässt. Doch an der Börse sind es die Glücksritter, die als Erste fallen.

Warum es an der Börse Glücksritter gibt

Wenn etwas (schnell) im Wert steigt, sorgt das für Aufmerksamkeit. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Kursfeuerwerke so mancher Tech-Aktien durchaus das Interesse von Börsenneulingen geweckt haben. Banken und Broker vermelden stark steigende Zahlen bei den Depoteröffnungen. Offenbar trauen sich zunehmend mehr deutsche Bürger an die Börse. Das ist ein großartiger Schritt für die deutsche Aktionärskultur, dennoch habe ich die Befürchtung, dass sich darunter einige Glücksritter verbergen.

In Finanzcommunitys und Foren liest man von Börsenneulingen, die sich feiern lassen, weil sie in weniger als einem Jahr dreistellige (oder höhere) Renditen erzielt haben. Wiederum andere lesen das und wünschen sich ebenfalls solche finanziellen Erfolge. Infolgedessen suchen sie ebenfalls den Weg an die Börse. Es entsteht dabei eine Spirale, die für immer mehr Zulauf sorgt.

… und warum die Glücksritter als Erste fallen

Mittlerweile sind es nicht nur starke Renditen, die Börsenneulinge reizen. Die Finanzjünger sehen sich nun auch dazu berufen, wilde Spekulationen einzugehen. Das wohl prominenteste Beispiel für diesen finanziellen Irrsinn ist die Zockerei rund um die Gamestop-Aktie. Für mich ein deutliches Zeichen dafür, dass es heiß an der Börse wird. Doch warum fallen nun die sogenannten Glücksritter als Erste, wenn es knallt?

Freilich haben diese Personen ein glückliches Händchen bewiesen, wenn sie während der Corona-Baisse beispielsweise in die richtigen Aktien eingestiegen sind. Oder aber, wenn sie per Zufall die Gamestop-Aktie bei 20 Euro je Stück gekauft und bei 200 Euro je Stück verkauft haben. Jedoch sind diese neuen Anleger dadurch sehr erfolgsverwöhnt und haben zuvor noch nie eine gröbere Korrektur mitgemacht. Diejenigen, denen nicht bewusst ist, dass Aktienkurse auch richtig fallen können, werden als Erste wieder aus dem Markt gedrückt.

Sobald sie merken, dass sie ihre teuren Anteilsscheine an der Börse nicht an einen noch naiveren Anleger verkaufen können, fangen sie an zu schwitzen. Diese Glücksritter sind emotional nicht widerstandsfähig und neigen schnell dazu, den Verkaufsknopf zu drücken, wenn die Kurse fallen. Da sie meistens keine fundamentale Investitionsthese zu ihren Aktien vorliegen haben, können sie sich auch nicht an dieser orientieren. Die Depots sinken infolgedessen wie ein Stein im Meer. Und während die Glücksritter verwundet das Schlachtfeld räumen, triumphieren schlussendlich einmal wieder die erfahrenen Veteranen.

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