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Bäume statt Börse: Dieser 36-Jährige hat sich Waldflächen für 60.000 Euro gekauft – darum ist ihm die Rendite dabei egal

David Frank hat sich für 60.000 Euro Waldflächen gekauft.  - Copyright: Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr.Collage: Dominik Schmitt
David Frank hat sich für 60.000 Euro Waldflächen gekauft. - Copyright: Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr.Collage: Dominik Schmitt

Ich habe ein großes Ziel: die finanzielle Freiheit. Darüber spreche ich mit Business Insider jeden Monat im Rahmen meines Spar-Updates. Weshalb ich mich jetzt aber entschlossen habe, meinen Weg zur Frührente zu pausieren und stattdessen über 60.000 Euro in den Aufbau eines gemeinnützigen Projekts zu stecken, verrate ich im folgenden Artikel.

„Papa, wo ist der Wald geblieben?“

Im Sommer 2022 verbrachten meine Familie und ich einen Großteil der Ferien in der Eifel. Die Wälder rund um unsere Feriensiedlung wurden dabei zu so etwas wie unserem zweiten Zuhause. Von früh bis spät waren wir auf Entdeckungstour.

So machte David Frank mit seiner Familie Urlaub.  - Copyright: David Frank / Jung in Rente
So machte David Frank mit seiner Familie Urlaub. - Copyright: David Frank / Jung in Rente

Große Fichtenplantagen durchzogen von Hügeln, Höhlen und unzähligen kleinen Bachläufen boten uns hierfür die perfekte Kulisse. Doch auf einem unserer vielen Feldzüge durchs grüne Dickicht geschah dann etwas völlig Unerwartetes. Statt wie zuvor von meterhohen Fichten umringt zu sein, standen wir plötzlich inmitten eines riesigen baumlosen Areals.

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Meine Kinder konnten ihren Augen kaum trauen. Und auch ich war ziemlich fassungslos. Was war hier geschehen, wo Tage zuvor noch prächtige Nadelbäume in die Höhe rankten? Die Antwort auf unsere Fassungslosigkeit lieferten die knietiefen Spuren im geschundenen Erdreich. Denn diese führten uns auf direktem Wege zu einem sogenannten Harvester. Diese Maschinen unterstützen die Forstwirtschaft dabei, riesige Waldflächen schnell, effizient und kostengünstig zu „ernten“. Zurück bleiben oft nur Kahlflächen enormen Ausmaßes.

Ein Harvester schneidet in einem Wald eine zuvor gefällte Fichte (Symbolfoto).  - Copyright: picture alliance/dpa | Harald Tittel
Ein Harvester schneidet in einem Wald eine zuvor gefällte Fichte (Symbolfoto). - Copyright: picture alliance/dpa | Harald Tittel

Wiederaufforstung schlägt fehl

Leider zählen kahl geschlagene Waldflächen wie in der Eifel inzwischen vielerorts zur Tagesordnung. Egal ob Harz, Hunsrück oder Bayerischer Wald – das Bild gleicht sich wie ein Ei dem anderen. Doch was passiert eigentlich, nachdem die Forstwirtschaft den Wald „geräumt“ hat, wie es in der Politik so schön heißt?

Forscher wie Pierre Ibisch, Professor an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, haben hierzu inzwischen eine klare Meinung. Denn ihre Untersuchungen an vielen solcher Kahlschlagsflächen kommen zu einem eindeutigen Ergebnis. Demnach wird es oftmals weit mehr als ein Menschenleben lang dauern, bis an den geschädigten Stellen wieder ein neuer Wald wächst – falls er dies überhaupt noch tut. Das dahinterliegende Problem ist komplex und doch einfach umschrieben: Eine Kahlfläche wird im Sommer heiß, der Boden trocknet aus, neu gepflanzte Baumsetzlinge verdursten.

Gravierende Folgen für Mensch und Natur

Die Folgen des bundesweiten Kahlschlags dürften – obgleich in ihrem Ausmaß gigantisch – den meisten Menschen gar nicht bewusst sein. Denn mit den Waldflächen gehen uns gleichzeitig auch unzählige Ökosystemleistungen verloren. So ist ein Wald nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllt auch viele für uns Menschen überlebenswichtige Funktionen.

Neben oftmals theoretisch klingenden Aufgaben wie der Sauerstoffproduktion oder der CO₂-Speicherung zählen dazu auch ganz praktische Belange wie die Kühlung der Umgebungsluft oder der Schutz gegen solche Überschwemmungen wie im Ahrtal 2021. Obwohl der Wald für uns also ein überaus wichtiger Verbündeter ist – nicht zuletzt gegen die Folgen des Klimawandels – geht der „Raubbau“ an ihm vielerorts unvermindert weiter.

Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr. - Copyright: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr. - Copyright: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Ehrenamt statt Frührente

Genau aus diesem Grund habe ich das gemeinnützige Projekt Wilde Wälder ins Leben gerufen. Dieses leistet einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Wälder. Dazu werden bundesweit Waldflächen mit dem Ziel übernommen, diese vor schädlichen Eingriffen zu bewahren.

Zuvor war und ist jedoch jede Menge persönlicher Einsatz gefragt, um dem Vorhaben zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen. Denn die Gründung eines gemeinnützigen Projekts gestaltet sich nicht nur ziemlich zeit-, sondern auch äußerst kostenintensiv.

So war bereits der Gründungsprozess bis hin zur finalen Bestätigung der Gemeinnützigkeit durchs zuständige Finanzamt ein wahrer Spießrutenlauf durch den deutschen Bürokratiedschungel, welcher mich insgesamt über ein halbes Jahr an Zeit und einiges an Nerven gekostet hat.

Für 60.000 Euro habe ich mir Waldflächen gekauft

Auch der Erwerb der ersten Waldflächen brachte mich an meine finanzielle Belastungsgrenze. Denn dieser schlug mit weit mehr als 60.000 Euro zu Buche – Kapital, das mir nun nicht mehr zum Investieren bereitsteht. Mein persönliches Ziel der Frührente wird also eine ganze Weile länger auf sich warten lassen müssen.

Obwohl ich als Geschäftsführer des Projekts agiere, verdiene ich hieran selbst keinen müden Cent. Stattdessen stelle ich meine Zeit und Arbeitskraft dem Projekt völlig kostenfrei zur Verfügung, um so mehr Mittel für den eigentlichen Gesellschaftszweck einsetzen zu können.