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Automarkt in Europa im Januar so schwach wie noch nie

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
BMW.DE104,80-0,55
UG.PA18,505+0,120
DAI.DE89,70-0,27
VLKAY50,42-0,66
ACE.MI12,49-0,4700

Brüssel (dapd). Der Automarkt in Europa war zu Jahresbeginn so schwach wie noch nie. Im Januar erfasste die Krise auch Länder in Nordeuropa wie Schweden, die Niederlande, Deutschland oder Finnland mit Macht. Mit nur noch 885.159 neuen Autos, dem schwächsten Wert für einen Januar seit Beginn der Statistik 1990, lag der Rückgang in der EU im Vergleich zum Vorjahr bei 8,7 Prozent. Von den wichtigsten Absatzmärkten legte zum Jahresbeginn allein Großbritannien zu, wie der Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte.

In Großbritannien stiegen die Autoverkäufe im Januar auf Jahressicht um 11,5 Prozent auf 143.643 Fahrzeuge. Damit war das Land der zweitgrößte Automarkt in der EU hinter Deutschland. In Deutschland fielen die Verkaufszahlen um 8,6 Prozent auf 192.020.

Weiter abgesackt sind im Januar die Automärkte in Spanien mit einem Minus von 9,6 Prozent, in Frankreich mit einem Rückgang um 15,1 Prozent sowie in Italien mit einem Einbruch um 17,6 Prozent. Schlimm erwischte es die Niederlande mit einem Rückgang von über 30 Prozent.

VW mit Rückgang von 5,2 Prozent

Ungeachtet des schwachen Heimatmarkts kämpfte von den deutschen Herstellern allein Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) mit sinkenden Absatzzahlen. Über alle Konzernmarken gesehen verkaufte VW im Januar 5,2 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Allerdings steigert VW trotzdem den Marktanteil auf 23,5 Prozent.

Dagegen kam BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) laut Acea (Mailand: ACE.MI - Nachrichten) auf ein Plus von 6,6 Prozent und Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) auf einen Zuwachs von 3,7 Prozent. Einen Lichtblick gibt es auch für Opel und die Schwestermarke Vauxhall mit einem Plus von 4,5 Prozent. Offenbar laufen die Geschäfte vor allem in England besser, wo die Marke Vauxhall zu Hause ist.

Ursache der Krise auf dem Automarkt ist die Wirtschaftsschwäche in Europa und die hohe Arbeitslosigkeit. Zudem haben viele Regierungen in der Krise 2008 bis 2010 den Autoabsatz mit Verschrottungsprämien unterstützt: Wer sich damals einen Neuwagen kaufte, fällt jetzt als Kunde aus. Experten schätzen, dass im laufenden Jahr die Autoabsätze stagnieren oder noch weiter fallen werden. Opel und Peugeot (Paris: FR0000121501 - Nachrichten) planen bereits Werksschließungen.

Die deutschen Autohersteller hatten 2012 Verkaufsrekorde erzielt, weil sie den schleppenden Absatz in Europa durch starke Verkäufe etwa in den USA und China kompensieren konnten.

dapd