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Automarkt in Deutschland schwächelt

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Flensburg/Bad Homburg (dapd). Krise auf dem deutschen Automarkt: Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge fiel im Januar um 8,6 Prozent auf 192.000, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag mitteilte. Damit setzte sich der Abwärtstrend des vergangenen Jahres fort, als der Absatz bereits um 2,9 Prozent auf 3,09 Millionen Fahrzeuge gefallen war. Auch die bisher widerstandsfähige Marke VW erwischte es schwer: Mit einem Rückgang von über 13 Prozent brach der Marktführer überdurchschnittlich ein.

Widerstandsfähig sind weiterhin vor allem die Luxusmarken: BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) gewann 10 Prozent Absatz hinzu, Mercedes (Xetra: 710000 - Nachrichten) 3 Prozent, Jaguar 8 Prozent, Landrover 14 Prozent, und Audi (Other OTC: AUDVF - Nachrichten) stagnierte praktisch. Verlierer neben Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) waren Citroën mit einem Rückgang von 27 Prozent und die Schwestermarke Peugeot mit einem Minus von mehr als 29 Prozent. Suzuki verlor 35 Prozent, Nissan 30 Prozent und Toyota 18 Prozent.

Deutliche Gewinne gab es bei den Geländewagen und dem Segment der Kleinstwagen. Die Segmente obere Mittelklasse, Oberklasse und Vans waren um etwa ein Drittel weniger gefragt. Zum ersten Mal wurden mehr Diesel (50,2 Prozent) als Benziner neu zugelassen.

Hersteller erhöhen Rabatte

Die Hersteller erhöhen unterdessen die Rabatte, um kaufunwillige Kunden doch noch zu den Händlern zu locken. Nach einer Marktstudie des CAR-Centers Automotive Research der Universität Duisburg-Essen stiegen die Rabatte bei offen beworbenen Aktionen im Januar auf 13 Prozent. Internethändler boten demnach sogar fast 19 Prozent Nachlass.

Auch die Sparte der Luxusautos ist laut CAR-Center dagegen nicht mehr immun: Jaguar gewährt für den Sportwagen XK einen Rabatt von 35 Prozent oder 32.000 Euro, wie es hieß. Das bestverkaufte Autos Deutschlands, der VW Golf, wird laut Untersuchung des CAR-Centers auch mit höheren Nachlässen verkauft.

Für das neue Jahr rechnet der Branchenverband VDA mit einem Autoabsatz in Deutschland von etwa drei Millionen Stück - also einem weiter schrumpfenden Markt. Zugleich werde der Weltmarkt sein Wachstum von zuletzt vier Prozent 2013 fortsetzen und bei 70 Millionen Fahrzeugen liegen, nach 68 Millionen im Jahr 2012.

Ganz anders sieht es in Europa aus: Die Autonachfrage sank inzwischen 15 Monate in Folge. 2012 wurden drei Millionen Autos weniger als in normalen Jahren verkauft.

In Deutschland fehlt den Kunden trotz hoher Beschäftigung und hoher Tarifabschlüsse offenbar das Vertrauen in die Zukunft, um sich neue Autos zu kaufen. Dazu kommen die Nachwirkungen der Abwrackprämien: In der vorigen Krise 2009 und 2010 retteten viele EU-Regierungen die Autoindustrie damit. Es kamen Millionen zusätzliche Neuwagen auf den Markt. Wer sich damals vor der Zeit von seinem Gebrauchtwagen trennte, fällt heute als Käufer aus.

dapd

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