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Autohersteller streichen 80.000 Stellen angesichts Elektro-Ära

Christoph Rauwald, David Welch und Anurag Kotoky

(Bloomberg) -- Für die Beschäftigten in der weltweiten Autobranche erweist sich dieses Jahr als eines der schlimmsten in der Geschichte. Erst in der vergangenen Woche haben die Daimler AG und Audi fast 20.000 Stellenstreichungen angekündigt.

Insgesamt bauen die Autohersteller in den kommenden Jahren mehr als 80.000 Arbeitsplätze ab, wie aus von Bloomberg News zusammengestellten Daten hervorgeht. Die Jobverluste konzentrieren sich vor allem auf Deutschland, die USA und das Vereinigte Königreich, doch auch schneller wachsende Volkswirtschaften sind nicht immun. Auch dort fahren die Autokonzerne ihre Aktivitäten zurück.

Die deutschen Firmen folgen mit ihren Kürzungen General Motors Co., Ford Motor Co. und Nissan Motor Co., die bereits im vergangenen Jahr massive Kürzungen eingeleitet haben. Die Branche gerät ins Stocken, da die Handelsspannungen und Zölle ihre Kosten erhöhen und Investitionen abwürgen. Zudem überdenken die Hersteller die Stärke ihrer Belegschaft in Zeiten der Umstellung auf E-Autos, autonomes Fahrens und zunehmender Fahrdienste. Die weltweite Autoindustrie wird in diesem Jahr 88,8 Millionen Autos und leichte Nutzfahrzeuge produzieren, was einem Rückgang von fast 6% gegenüber dem Vorjahr entspricht, sagt das Analyseunternehmen IHS Markit.

Streichungen finden auch in China statt, das in der Branche die meisten Personen beschäftigt und unter einem Absatzrückgang leidet. Das Elektro-Auto-Startup NIO Inc., das Milliarden von Dollar verloren hat und einen Kurseinbruch seiner in New York notierten Aktien verzeichnete, entließ bis Ende September etwa 20% seiner Belegschaft und baute mehr als 2000 Arbeitsplätze ab.

“Die anhaltende Verlangsamung der globalen Märkte wird die Margen und Gewinne der Autohersteller weiter schmälern, die bereits durch die gestiegenen F&E-Ausgaben für autonome Fahrtechnologie belastet wurden”, sagt Gillian Davis, eine Analystin bei Bloomberg Intelligence. “Viele Autohersteller konzentrieren sich jetzt auf Kosteneinsparungspläne, um eine Margenerosion zu verhindern.”

Überschrift des Artikels im Original:Carmakers Shedding 80,000 Jobs as Electric Era Upends Industry

--Mit Hilfe von Keith Naughton, Gabrielle Coppola, Craig Trudell und Cécile Daurat.

Kontakt Reporter: Christoph Rauwald in Frankfurt crauwald@bloomberg.net;David Welch in Southfield dwelch12@bloomberg.net;Anurag Kotoky in New Delhi akotoky@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Emma O'Brien eobrien6@bloomberg.net, Reed Stevenson, Michael Tighe

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