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Autoclub fordert stärkere Preissenkung beim Benzin

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) kritisiert, dass die Mineralölwirtschaft die im Zuge der Corona-Krise gesunkenen Rohölpreise nicht in vollem Umfang an Autofahrer weiter gebe. So würden gerade die Berufstätigen "abkassiert", die auch in dieser Krisensituation weiterhin zur Arbeit fahren und "die Sicherheit und Versorgung von uns allen aufrecht erhalten", monierte der AvD gegenüber dem Sender MDR.

Im Zuge der Corona-Pandemie und der globalen wirtschaftlichen Einschränkungen sackten die Rohölpreise seit Jahresbeginn um etwa 60 Prozent ab. Der Deutsche Mineralölwirtschaftsverband (MWV) hält vor diesem Hintergrund günstigeres Benzin und Heizöl generell für möglich und verweist auf die schon seit Monaten parallel zum Ölpreis sinkenden Kraftstoffpreise.

Laut MDR wurden die Benzinpreise aber "nicht annähernd" dem Preisverfall beim Rohöl angepasst: Demnach sanken die Endverbraucherpreise je nach Kraftstoffsorte nur um zwölf bis 16 Prozent, ohne Berücksichtigung der Steuern "liegen die Preissenkungen auch nur bei rund 25 Prozent".

Der MWV verwies auf Nachfrage des Senders seinerseits auf Personalausfall durch Quarantäne und zusätzliche Kosten "aufgrund eines sinkenden Verkehrsaufkommens bei gleichzeitig erhöhten Sicherheitsanforderungen an das Personal". Die Krise selbst habe also "einen noch stärkeren Preisrückgang verhindert".

Dem AvD reicht diese Begründung nicht aus: "Weder bei der Raffinierung noch beim Transport oder an den Tankstellen ist ein erhöhter Aufwand nachvollziehbar erkennbar", erklärte der Verband, im Gegenteil: Angesichts des geringeren Verkehrsaufkommens müsste der Transport von Treibstoff derzeit schneller und damit günstiger erfolgen können.