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Auto1 Group-Aktie: Ist der Marktwert von 10.251 Mio. Euro gerechtfertigt?

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Das Umfeld für einen Börsengang der Auto1 Group (WKN: A2LQ88) hätte nicht besser sein können. Viele Indizes steigen stetig, sodass Unternehmen über die Ausgabe neuer Aktien oder einen Börsengang derzeit hohe Einnahmen realisieren können. Doch dabei weicht ihre Marktkapitalisierung häufig drastisch vom tatsächlichen Unternehmenswert ab, sodass Investoren zu viel bezahlen.

Fulminanter Börsengang

Auto1-Aktien wurden so gut angenommen, dass sie sofort von ihrem Ausgabepreis zu 38 Euro in der Spitze bis auf 55,56 Euro stiegen. Aktuell notieren sie zu 51,40 Euro, was dem Unternehmen einen Marktwert von 10,25 Mrd. Euro verleiht (05.02.2021). Für uns Anleger stellt sich nun die Frage, ob diese Bewertung gerechtfertigt ist, denn wie das Beispiel Gamestop (WKN: A0HGDX)-Aktie zuletzt eindrucksvoll bewies, hat Börse nicht immer etwas mit der Realität zu tun.

Pro und Contra Auto1 Group

Das Geschäftsmodell der Auto1 Group scheint sehr großes Potenzial zu besitzen, denn das Unternehmen bietet über seine Online-Plattform für Endkunden und gewerbliche Händler den An- und Verkauf von Gebrauchtwagen an. In Deutschland kennen wir Auto1 meistens aus der Werbung für wirkaufendeinauto.de.

Danach soll der Autoverkauf über die Plattform sehr einfach und zu fairen Preisen abgewickelt werden. Wie verschiedene Kundenbeschwerden zeigen, sieht dies in der Praxis allerdings oft anders aus. So wird den privaten Verkäufern häufig online ein viel besseres Angebot als dann tatsächlich beim Händler selber unterbreitet. Viele Kunden sind deshalb oft enttäuscht und fühlen sich betrogen.

Tests des ADAC zeigen, dass private Autoverkäufer bei einem Privatverkauf immer noch den höchsten Preis für ihr gebrauchtes Auto erzielen. Keine guten Voraussetzungen für ein seriöses und erfolgreiches Geschäftsmodell.

Zudem werden schon jetzt Zweifel am langfristigen Erfolg des Geschäftsmodells gehegt. Grund ist der hohe Fixkostenblock, der mit dem An- und Verkauf von Autos einhergeht. Dieser verschwindet auch nicht bei einer stark steigenden Zahl der gehandelten Wagen.

Trotzdem bisher erfolgreich

Dennoch ist die Auto1 Group trotz dieser Vorwürfe und Probleme seit Gründung im Jahr 2012 bisher sehr stark gewachsen. Der Onlinehandel boomt derzeit in fast alle Sektoren und wird es sehr wahrscheinlich auch weiterhin im Autohandel.

2019 lag der Umsatz der Gruppe nach eigenen Angaben bei 3,5 Mrd. Euro. In den ersten drei Quartalen 2020 sank er allerdings um fast 19 % auf 2,05 Mrd. Euro. Der Verlust betrug -83,3 Mio. Euro. In der Bilanz kumuliert er sich bereits auf knapp -628 Mio. Euro.

Eine Kurskorrektur könnte folgen

Aktuell fehlt also selbst ein starkes Wachstum, das die hohe Bewertung rechtfertigen würde. Auf Basis von 3,5 Mrd. Euro Umsatz notiert die Auto1-Aktie heute zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,9 (05.02.2021). Während viele andere Online-Unternehmen wie Amazon (WKN: 906866) oder HelloFresh (WKN: A16140) im letzten Jahr stark zulegten, war dies bei Auto1 nicht der Fall.

Häufig fallen Aktien nach einem Börsengang und kehren zu einer realistischen Bewertung zurück. Dies könnte auch bei den Auto1-Aktien der Fall sein.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2021