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Auto Laden ohne Kabel: Er will mit seinem Patent einen neuen Standard setzen

·Lesedauer: 3 Min.
Hermann Stockinger ist Maschinenbauer und Gründer von Easelink. Das Startup verbaut Lade-Pads auf Parkplätzen
Hermann Stockinger ist Maschinenbauer und Gründer von Easelink. Das Startup verbaut Lade-Pads auf Parkplätzen

Die bekannteste Alternative zur Ladesäule ist der induktive Ladevorgang, wie man ihn auch von der Elektrozahnbürste kennt. Allerdings hat diese kabellose Technologie einen großen Nachteil für E-Autos: Durch den Spalt zwischen der Spule im Boden und dem Fahrzeug ist der Energieverlust ziemlich groß. Ein Grazer Startup setzt deshalb auf konduktives Laden. Das bedeutet, sobald das Fahrzeug auf dem Parkplatz über einer dort verbauten Ladeplatte parkt, senkt sich automatisch eine Art Laderüssel vom Fahrzeugunterboden ab und stellt einen direkten Ladekontakt her.

Für die patentierte Technologie hat das 2016 von Hermann Stockinger gegründete Unternehmen Easelink kürzlich in einer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 8,3 Millionen Euro abgeschlossen. Neben dem Lead Investor SET Ventures hat sich auch der deutsche Energie-Konzern EnBW mit seinem Investmentarm an der Runde beteiligt. Mit von der Partie sind der VC Smartworks sowie Risikokapital-Unternehmer Hermann Hauser, der bereits die Seed-Runde Ende 2019 begleitet hatte.

„Wir investieren weiter in die Entwicklung der Technologie und bauen unsere Partnerschaften in der Automobil- und Zulieferindustrie aus“, sagt Stockinger zu Gründerszene. Seine Geschäftsidee: Zulieferunternehmen und Autohersteller sollen die Technologie in das eigene Produktportfolio übernehmen und im eigenen Namen vertreiben können. Ein Lizenz-Modell also. Mögliche Kundengruppen sind Autobesitzer mit einer Garage, die kabellos laden wollen, oder für gewerbliche Kunden wie Taxi-Unternehmen, die auf dem Standstreifen laden. Mit Letzteren läuft derzeit eine Test-Reihe in Graz. „Die Technologie wird derzeit in einer Vielzahl von Fahrzeugtypen verschiedener Hersteller in Rahmen von Kooperationsprojekten pilotiert“, so Stockinger.

Bei der Technologie handelt es sich um ein Nachrüst-System, das unter dem Auto montiert wird. Auf dem Parkplatz wird ein Lade-Pad in den Boden eingelassen. „Das Fahrzeug weiß dann, wo es relativ zum Lade-Pad stehen muss. Sensoren geben dem Fahrer Rückmeldung. Man kann es sich wie eine Einparkhilfe vorstellen“, sagt der Gründer.

Wie Easelink einen neuen Lade-Standard setzen will

Stockinger ist Ingenieur und Maschinenbauer. Das konduktive Ladesystem hat er selbst entwickelt. Gegen das sehr viel bekanntere induktive Laden bringt er vor allem zwei Einwände an: Einerseits sei die Technologie viel zu teuer, andererseits zu ineffizient. „Der Energieverlust beim induktiven Laden ist vermeidbar und damit aus ökologischer Sicht nicht haltbar“. Aus diesem Grund habe er einen neuen Lade-Standard entwickeln wollen. Das „Matrix Charging System“ sei bereits voll einsatzfähig, so der Gründer. Jetzt gehe darum, zusammen mit Partnern in die Serienproduktion überzugehen. Hierfür plant Stockinger noch weitere zwei Jahre ein. Eine erste Kooperation soll aber schon bald bekannt gegeben werden.

Seine Firma sitzt in Graz, dem größten Automobil-Standort Österreichs. Mittlerweile sollen nach 30 Mitarbeiter für das Startup tätig sein. Einige davon auch in einer kleinen Niederlassung in China. Es gehe, so Stockinger, nicht darum in China zu produzieren, sondern auch dort Automobil-Partner für den Vertrieb zu finden. Gebaut werden soll das Matrix Charging System in Europa. Zu den Produktions- und Lizenzkosten möchte sich Stockinger noch nicht äußern.

Bevor das Lade-System in die Produktion gehen kann, muss das Unternehmen noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um einen neuen Standard zu setzen. „Im ersten Schritt geht es uns darum, Kooperationen aufzubauen. Begleitend dazu läuft aber auch bereits die formale Standardisierung wie ISO und IEC. In den relevanten Gremien arbeiten wir aktiv mit.“, sagt Stockinger.

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