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Ausverkauf an der Nasdaq: Das Ende der Cathie Wood-Hausse

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 4 Min.

Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber die reimt sich bekanntlich: Wie schon im vergangenen März sind Technologieaktien massiv unter Druck geraten. Die große Sektorenrotation setzt den Gewinnern des Vorjahres schwer zu. Wie tief kann es gehen?

New Yorker Wall Street
New Yorker Wall Street

Es war einmal eine Investorin, die bereit war, "all-in" zu gehen – in guten wie in schlechten Zeiten. Sie hatte rechtzeitig in Tesla investiert und im vergangenen Frühjahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie ihr Portfolio entsprechend positioniert. „Stay-at-Home“-Unternehmen wie Zoom, Roku, Shopify oder Square zählten zu den größten Positionen ihres Fonds, der im vergangenen Jahr um 160 Prozent zulegte und die Fondsmanagerin zur heimlichen Königin der Wall Street machte. 

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Die Rede ist natürlich von Cathie Wood und ihren ARK ETFs, die in erster Linie in aufstrebende Internet- und Technologieunternehmen investiert. Im vergangenen Jahr erlebte die mehrfach ausgezeichnete Stockpickerin die Krönung ihrer 40-jährigen Investmentkarriere und stieg zur Ikone im Reddit-Board „Wall Streets Bets“ auf.

Nasdaq und ARK ETF plötzlich massiv unter Druck

Nach zehn Wochen im neuen Jahr hat der Wind an den Kapitalmärkten jedoch massiv gedreht – und der peitscht Wood nun eisig ins Gesicht. Die 65-Jährige ist das Vorzeigebeispiel der brutalen Sektorenrotation, die den Technologiesektor zuletzt schwer getroffen hat. 

Das Fonds-Aushängeschild der Branche – Woods ARK Innovation ETF – ist binnen nur drei Wochen plötzlich in den Bärenmarkt abgetaucht. Der ETF mit dem Tickersymbol ARKK hat seit dem Jahreshoch Mitte Februar mehr als 25 Prozent an Wert verloren.

Ausverkauf der Gewinner des Vorjahres

Wood werden dabei nun die gleichen Kräfte zum Verhängnis, die ihr im vergangenen Jahr noch die astronomischen Renditen beschert hatten, sie wirken nur anders herum. Nach der alten Börsenweisheit „Was hoch fliegt, kann auch tief fallen“ werden seit Wochen jene Papiere verkauft, die in der Corona-Pandemie noch so gut gelaufen waren. 

In der Spitze verbuchten Highflyer-Aktien wie Tesla, Zoom oder Peloton seit den erst im Februar aufgestellten Allzeithochs Kursverluste von sage und schreibe 40 bis 45 Prozent, ehe Schnäppchenjäger im späten Freitagshandel die Verluste begrenzten.

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Aber auch andere Star-Aktien des Vorjahres kamen schwer unter den Hammer: Anteilsscheine von Pinterest verbilligten sich in der Spitze um ein Drittel, Snap gab um 30 Prozent nach, während PayPal und Etsy in wenigen Wochen um 28 Prozent an Wert einbüßten.

Reddit-Generation muss Umgang mit Verlusten lernen

Die Ausmaße des Ausverkaufs erinnern damit erheblich an den Corona-Crash im vergangenen März – nur, dass er diesmal von einem deutlich höheren Startniveau ausgeht. 

Die Folge: Der Nasdaq 100-Index befindet sich seit Jahresbeginn ebenso im Minus wie viele Anleger-Darlings. Auch die GAFA-Giganten mussten mit Ausnahme von Google-Mutter Alphabet Federn lassen und notieren seit Anfang Januar nun im Minus.

Große Sektorenration an der Wall Street

Der Grund für die Verwerfungen an der Wall Street ist seit Wochen der gleiche. Einerseits positionieren sich Anleger für die Nach-Corona-Zeit, in der die Krisenverlierer des Vorjahres möglicherweise ein erhebliches Nachholpotenzial besitzen, während bei „Stay-at-Home“-Unternehmen das Wachstum verebben könnte. 

„Alles, was im vergangenen Jahr noch gemocht wurde, wird nun verachtet“, erklärt CNBC-Börsenkommentator James Cramer die neue Marktdynamik. „Der Spieß hat sich umgedreht. Die klassischen Einzelhändler haben ihre Begehrlichkeit verloren, während die Fachhändler nun zurückkommen“, erklärte Cramer den Paradigmenwechsel in den USA, die bis Mai jedem Bürger ein Impfangebot machen wollen.

Inflations- und Zinsängste verscheuchen Techanleger

Andererseits sorgen sich Anleger durch die kommende Inflation um Interventionen der US-Notenbank Fed in Form von Zinsanhebungen, die traditionell als Hindernis für risikoreiche Sektoren wie Techs betrachtet werden, während wiederum zyklische Aktien wie Versorger oder Banken in diesen Tagen wie aus dem Lehrbuch haussieren.

Glaubt man Börsenveteran James Cramer, müssten sich gerade junge Aktionäre, die in der Pandemie an die Kapitalmärkte geströmt sind und noch kein Gespür für die Volatilität der Börse entwickelt haben, möglicherweise auf weitere Turbulenzen einstellen. „Im Moment erleben wir noch eine Phase des Abstreitens. Die Leute wollen einfach nicht wahrhaben, dass der Ausverkauf real ist, weil der Markt so lange so gut zu ihnen war“, stimmt Cramer vor allem jüngere Anleger auf härtere Börsenzeiten ein. 

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