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Australische Notenbank senkt Leitzins und kündigt Anleihekauf an

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SYDNEY (dpa-AFX) - Die australische Notenbank hat ihre Zügel weiter gelockert. Zum einem wurde - wie von Experten erwartet - der Leitzins um 0,15 Prozentpunkte auf 0,10 Prozent gesenkt. Zum anderen kündigte Notenbank-Chef Philip Lowe am Dienstag in Sydney den Kauf von Staatsanleihen über 100 Milliarden australische Dollar (60 Mrd Euro) in den kommenden sechs Monaten an. Damit wollen die Währungshüter die Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Schock im ersten Halbjahr weiter stützen. Das Anleihekaufprogramm kam für die meisten Analysten überraschend.

Die Zinssenkung ist die dritte seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Anfang März hatte die australische Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,50 Prozent gesenkt und wenige Wochen danach noch mal halbiert. Die 0,10 Prozent sind der niedrigste Wert in der Geschichte des Landes. Australien war im zweiten Quartal in die Rezession gestürzt. In den drei Monaten von April bis einschließlich Juni ging das Bruttoinlandsprodukt um sieben Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück.

Da die australische Wirtschaft bereits in den ersten drei Monaten des Jahres auf Quartalsbasis geschrumpft war, sprechen Volkswirte von einer Rezession, also einer Phase mit sinkender Wirtschaftsleistung. Das hat das Land seit 1991 nicht mehr erlebt. Selbst in der globalen Finanzkrise 2008 konnte Australien dies vermeiden - als einziges der 37 Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).