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Dunkle Wolken über der Konjunktur: Wichtiger Frühindikator des ZEW fällt auf den tiefsten Wert seit der Finanzkrise 2008

Hamburger Hafen  - Copyright: Picture Alliance
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Die Aussichten für die deutsche Konjunktur verdüstern sich zusehends. Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen fiel im August um weitere 1,5 Punkte auf nun minus 55,3 Punkten. Dies ist der schlechteste Wert seit der Finanzkrise 2008, als der Indikator auf minus 64 Punkte abgestürzt war.

Die Einschätzung der aktuellen Lage ging um 1,8 Punkte auf minus 47,6 Punkte zurück. Das teilte das ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung mit. Bereits im Juli waren beide Indizes stark gefallen.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind ein wichtiger Frühindikator für die Konjunktur, vergleichbar mit den ifo-Geschäftserwartungen. Das ZEW befragt dafür monatlich rund 300 Experten von Banken, Versicherungen und den Finanzabteilungen von Großunternehmen. Der ZEW-Finanzmarkttest fängt also die Stimmung unter deutschen Finanzanalysten ein.

„Die Finanzmarktexpertinnen und-experten erwarten für Deutschland eine weitere Verschlechterung der ohnehin schwachen Konjunktursituation. Die nach wie vor hohe Zunahme der Konsumentenpreise und die erwarteten zusätzlichen Kosten für Heizung und Strom belasten derzeit vor allem die Aussichten für die konsumnahen Wirtschaftsbereiche. Die Einschätzungen für die Finanzbranche verbessern sich aufgrund der erwarteten festeren Geldpolitik“, kommentiert ZEW-Ökonom Michael Schröder die Ergebnisse.

Die Erwartungen für die Entwicklung in der Eurozone gingen im August noch stärker um 3,8 Punkte auf minus 54,9 Punkten zurück. Der Lageindikator steigt hingegen um 2,4 Punkte auf minus 42,0 Punkten.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen in der aktuellen Umfrage um 2,1 Punkte. Sie liegen mit minus 23,5 Punkten jedoch nach wie vor deutlich im negativen Bereich und zeigen damit an, dass auf Sicht von sechs Monaten ein Rückgang der hohen Inflationsraten angenommen wird.