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Ausland wird für Ritter Sport wichtiger

Waldenbuch (dapd). Im Ausland bekommen Naschkatzen Appetit auf Ritter Sport, in Deutschland haben die Kunden zuletzt vermehrt zu anderen Schokoladentafeln gegriffen. Die Erlöse stiegen 2012 um 4,5 Prozent auf rund 345 Millionen Euro, wie das Familienunternehmen am Donnerstag in Waldenbuch bei Stuttgart mitteilte. Das Auslandsgeschäft des Unternehmens wuchs um über zehn Prozent. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt nun bei 40 Prozent, nachdem er im Jahr zuvor noch 35 Prozent betragen hatte.

Vor allem in Russland (plus 30 Prozent) und im übrigen Osteuropa (plus 20 Prozent) konnte die Marke zulegen. Auch in Österreich sei sie überproportional zum Markt gewachsen, hieß es.

Dafür büßte Ritter Sport im Jahr des 100. Geburtstages auf dem deutschen Heimatmarkt ein. Der wertmäßige Anteil am deutschen Tafelschokolademarkt ging von 19,4 Prozent auf 18,2 Prozent zurück. Eine Sprecherin hatte dafür keine Erklärung. Der deutsche Schokoladenmarkt sei aber insgesamt rückläufig gewesen.

Zum Ergebnis machte das schwäbische Unternehmen keine Angaben. Traditionell haben die Süßwarenhersteller aber eine hohe Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen. "Die Kakao- und Milchpreise sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als in den Jahren zuvor", sagte die Sprecherin.

Bereits 2011 machten die Preise dem Unternehmen so zu schaffen, dass es gerade so in den schwarzen Zahlen landete. "Ich hätte es mir besser gewünscht", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung und Enkel des Firmengründers, Alfred Ritter, damals der dapd. Auch sein Plan, sich vom deutschen Markt unabhängiger zu machen, gewinnt offenbar an Fahrt. Seinerzeit hatte er gesagt: "Ideal wäre für mich, wenn mehr im Ausland laufen würde als in Deutschland."

dapd