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Auskunftei rechnet mit deutlichem Anstieg der Firmenpleiten

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FRANKFURT/HAMBURG (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel rechnet in den kommenden Monaten mit einem sprunghaften Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland. Denn die coronabedingte Sonderregelung für zahlungsunfähige Unternehmen ist Ende September ausgelaufen, seit diesem Donnerstag (1.10.) gilt in solchen Fällen wieder eine Pflicht zum Insolvenzantrag. Die Insolvenzwelle werden "noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen", prognostizierte Crifbürgel am Donnerstag.

"Die wirtschaftlichen Probleme vieler Unternehmen durch die Corona-Krise zeigen sich bislang nicht in einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen", stellte Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein mit Blick auf die Zahlen der ersten neun Monate 2020 fest. "Die Hilfszahlungen verschleiern derzeit die wahre finanzielle Struktur einiger Unternehmen. Derzeit haben über 300 000 Unternehmen in Deutschland finanzielle Probleme."

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Crifbürgel mit bis zu 18 000 Firmenpleiten in Deutschland. Besonders gefährdet seien Unternehmen aus den Branchen Gastronomie, Touristik (zum Beispiel Reisebüros), Entertainment (zum Beispiel Kinos) sowie Messebauer.

Bis zum 30. September haben der Auskunftei zufolge in Deutschland knapp 12 200 Unternehmen Insolvenz angemeldet und damit fast 15 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Diesen Trend bestätigen auch die vor Kurzem veröffentlichten amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das erste Halbjahr 2020. Hauptgrund für die vergleichsweise niedrigen Zahlen ist auch nach Einschätzung der Wiesbadener Statistiker die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Firmen seit dem 1. März 2020.