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Technikpanne schneidet Milliarden Nutzer stundenlang von Facebook und Co. ab

·Lesedauer: 3 Min.
Logos von Facebook, Instagram und Whatsapp (AFP/Lionel BONAVENTURE)

Facebook hat eine Technikpanne für den Ausfall seines Netzwerks und der Tochterdienste Instagram, Whatsapp und Messenger verantwortlich gemacht. Die Dienste funktionierten am Dienstag allmählich wieder, nachdem zuvor sieben Stunden lang Milliarden Konten nicht aufrufbar waren. Die Störung offenbart nicht nur die Verwundbarkeit des US-Konzerns, sondern erwischt Facebook auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt - eine Ex-Mitarbeiterin belastet das Unternehmen schwer und wirft Facebook vor, Profit systematisch über Sicherheit zu stellen.

Facebook machte eine fehlerhafte Neukonfiguration von Routern für den Totalausfall der Plattformen verantwortlich. Dadurch sei die Kommunikation zwischen den Rechenzentren gestört worden und das habe "unsere Dienste zum Stillstand gebracht", erklärte der Vize-Präsident für Infrastruktur, Santosh Janardhan.

Facebook entschuldigte sich bei den vielen betroffenen Nutzerinnen und Nutzern - die Dienste des Internetriesen werden regelmäßig von rund 3,5 Milliarden Menschen genutzt. Von der Panne seien auch die internen Systeme betroffen gewesen, was wiederum Diagnose und Problemlösung erschwert habe, erklärte Facebook weiter.

Ab Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit waren die Facebook-Dienste nach und nach wieder nutzbar: "Wir haben hart gearbeitet, um den Zugang zu unseren Apps und Diensten wieder herzustellen und sind froh mitzuteilen, dass sie jetzt wieder online gehen", erklärte Facebook. Die ersten Probleme gab es seit dem späten Nachmittag. "Das war, als ob jemand allen Servern den Stecker gezogen und sie vom Internet abgeklemmt hat", erklärten zwei Ingenieure des IT-Unternehmens Cloudflare in ihrem Firmenblog.

Die Website Downdetector, die systematisch Fehlermeldungen von Nutzern erfasst, sprach von der "größten Panne", die sie je beobachtet habe. Milliarden Menschen seien betroffen gewesen. Die PR-Agentur ABCD Agency rechnete anhand bekannter Nutzerdaten aus, dass in der Zeit des Ausfalls unter anderem rund 25 Milliarden Whatsapp-Nachrichten nicht gesendet und 53 Millionen Fotos nicht auf Facebook hochgeladen wurden. Im Bilderdienst Instagram konnten wohl rund 125 Millionen Stories nicht gepostet werden.

Des einen Leid war des anderen Freud: Der Messengerdienst Telegram kletterte an nur einem Tag von Platz 56 auf Platz fünf der am meisten heruntergeladenen kostenlosen Apps in den USA, wie das auf Apps spezialisierte Unternehmen Sensor Tower mitteilte. Auch der Anbieter Signal twitterte einen "starken Anstieg" von Anmeldungen und begrüßte alle Neulinge. In dem Internetdienst ließen sich auch etliche Nutzer zu sarkastischen Äußerungen hinreißen, andere beklagten den Wegfall ihrer Kontakte oder Arbeitsmittel - die Facebook-Plattformen werden für etliche Jobs genutzt.

Der Ausfall trifft das Unternehmen von Mark Zuckerberg inmitten einer Krisenphase. Seit Wochen gibt es negative Schlagzeilen über den Umgang des kalifornischen Internetriesen mit eigenen Untersuchungen zur Frage, wie schädlich die Online-Angebote - insbesondere Instagram - etwa für jugendliche Nutzer sind.

Erst am Sonntag gab sich die frühere Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen als Whistleblowerin zu erkennen, die Dokumente des Konzerns an Behörden und das "Wall Street Journal" weitergereicht hatte. Die 37-Jährige wirft ihrem ehemaligen Arbeitgeber unter anderem vor, Profitinteressen systematisch über die Sicherheit seiner Nutzer zu stellen - besonders über die von Kindern.

Sie habe in der Vergangenheit auch für andere Unternehmen der Branche wie Google und Pinterest gearbeitet, aber Facebook sei "bedeutend schlimmer" als alles, was sie zuvor gesehen habe. "Die heutige Version von Facebook reißt unsere Gesellschaften auseinander und führt zu ethnischer Gewalt auf der ganzen Welt." Haugen setzt sich für eine strenge Regulierung des US-Konzerns ein.

Facebook-Vizepräsident Nick Clegg wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin sollte am Dienstag vor einem Ausschuss im US-Kongress aussagen.

hcy/jm

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