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Aus Wüstenlandschaft wird Plantage: Mann pflanzt eigenhändig 10.000 Obstbäume

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Jeder Baum zählt, wenn es um den Klimaschutz geht, und besonders Baumpflanzaktionen im großen Stil, bei denen Tausende neuer Setzlinge angebaut werden, erlangen viel Aufmerksamkeit. Was diese jedoch alle gemeinsam haben: Eine große Gruppe arbeitet zusammen. Ein Mann in Indien verwandelte ein karges Stück Land ganz eigenhändig in eine blühende Plantage.

Guava tree.
Wo früher einst karge Wüstenlandschaft war, blüht am Fluss Phalgu in Bihar heute eine riesige Guavenplantage (Symbolbild: Getty Images)

Sage und schreibe 10.000 Bäume hat Satyendra Manjhi aus dem indischen Bundesstaat Bihar gepflanzt - jeden einzelnen davon mit seinen eigenen Händen. 15 Jahre hat er mittlerweile damit zugebracht, die dürre Landschaft am Fluss Phalgu in eine Obstplantage zu verwandeln, auf der nicht nur jede Menge Guaven und andere Früchte wachsen, sondern deren Bäume auch zu einem besseren und grüneren Klima in seiner Region beitragen. 

"Mountain Man" als Vorbild

Inspiriert wurde er von dem mittlerweile verstorbenen Dashrath Manjhi, der vor einigen Jahren als "Mountain Man" durch die Medien ging. Um seinem Dorf einen direkteren Weg zu medizinischer Versorgung in der nächstgelegenen Stadt zu besorgen, baute er über 22 Jahre hinweg eigenhändig eine Straße und grub sich dafür durch einen Berg. 

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Satyendra Manjhi besuchte den indischen Volkshelden einmal und wurde von ihm auf die Baumpflanzaktion gebracht. "Dashrath Manjhi sagte mir, dass ich an diesem Ort eine Plantage anlegen sollte", sagte er der Nachrichtenagentur ANI. "Damals war die Gegend hier öde und verwüstet. Es gab weit und breit nichts als Sand." 

Orden oder andere Ehren? Manjhi hat nur eine Bitte

Zu Beginn bereiteten ihm die Bedingungen große Probleme. Das Wasser musste er in Töpfen anschleppen, um die Setzlinge zum wachsen zu bringen, und Tiere fraßen ihm die Ernte weg. Mittlerweile ziert die Region jedoch ein riesiger, gedeihender Obstgarten, der rundherum von Dornenbüschen vor hungrigen Tieren geschützt wird und sogar Profit abwirft. 

Vom Ministerpräsidenten von Bihar wurde Manjhi aufgrund seiner Arbeit für den Umweltschutz zum Mitglied der Kinderschutzkommission ernannt. Nachdem seine Geschichte durch die indischen Medien ging, fordern viele Menschen auf Social Media, dass er höhere Ehrungen von der Regierungen erhalten soll. Manjhi selbst hat jedoch nur ein Anliegen: "Ich fordere die Menschen in diesem Land auf, Bäume zu pflanzen." 

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