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Aufträge am Bau brechen zum Jahresende ein – das Hauptproblem der Branche ist nicht einmal der schwache Wohnungsbau

Die neuen Aufträge am Bau sind im November deutlich eingebrochen.  - Copyright: Picture Alliance
Die neuen Aufträge am Bau sind im November deutlich eingebrochen. - Copyright: Picture Alliance

Insgesamt hält sich die deutsche Wirtschaft angesichts der Folgen des Ukraine-Krieges beachtlich gut, doch es gibt zwei Ausnahmen: Das sind besonders energieintensive Industriebranchen in der Chemie oder bei Metall, Papier und Keramik – und die Bauindustrie. Der Bau leidet unter einem Mix aus flauer Konjunktur, hohen Preisen, steigenden Zinsen sowie einem Mangel an Material und Arbeitskräften. Dies schlägt sich nun auch in den Zahlen nieder.

Im November ging der reale, also um die Inflation bereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vormonat um 5,6 Prozent zurück. Im Jahresvergleich brachen die Aufträge sogar um 12,7 Prozent ein, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Auffällig ist, dass die aktuellen Probleme am Bau weniger auf den Hochbau zurückgehen, zu dem sehr wesentlich der Wohnungsbau gehört. Die Aufträge im Hochbau blieben im November nur um 2,9 Prozent unter dem Oktober. Viel heftiger fiel der Rückgang mit 7,7 Prozent im Tiefbau aus. Zum Tiefbau gehören viele Infrastrukturprojekte, wie der Bau von Straßen, Radwegen oder Leitungen sowie die Erschließung von Wohn- oder Gewerbegebieten. Im Tiefbau spielen daher öffentliche Auftraggeber eine größere Rolle.

Weil gleichzeitig die Baupreise stark gestiegen sind, lag der nominale, also nicht preisbereinigte Wert der neuen Aufträge im November mit einem Volumen von 7,4 Milliarden Euro sogar um zwei Prozent über dem Vorjahresniveau.

Dieser Effekt der enormen Baupreissteigerung zeigt sich auch beim Blick auf die ersten elf Monate des Jahres 2022. Der Wert der Aufträge für die Bauunternehmen stieg nominal zwar um 6,6 Prozent. Dahinter stand, preisbereinigt, aber ein um 8,2 Prozent geringeres Auftragsvolumen.

Realer Umsatz geringer als im Vorjahr

Nicht nur die neuen Aufträge, auch der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe blieb im November 2022 um 4,7 Prozent unter dem Vormonat. Nominal stieg der Umsatz aufgrund der stark gestiegenen Baupreise um 11,5 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

In den ersten elf Monaten des Jahres 2022 sanken die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 5,3 Prozent und stiegen nominal um 10,5 Prozent.