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Aufgepasst, Investoren! 3 lehrreiche Lektionen, die jeder (!) Investor aus dem Wirecard-Debakel lernen sollte!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Wirecard Aktie

Der katastrophale Abverkauf der Wirecard-Aktie (WKN: 747206) geht auch am Donnerstag dieser Woche weiter. Inzwischen ist bekannt geworden, dass das neue Management des Zahlungsdienstleisters wohl ein Insolvenzverfahren eröffnen wird. Das hat die Aktie bedeutend korrigieren lassen. Zwischenzeitlich notierte die Aktie bloß noch über der Marke von 2,50 Euro.

Das hat dazu geführt, dass die meisten Positionen in vielen Portfolios ordentlich an Wert eingebüßt haben. Allerdings gilt es für Foolishe Investoren jetzt, das Kapitel abzuhaken und Konsequenzen hieraus zu ziehen.

Sowie auch, zu lernen, welche Fehler man womöglich gemacht hat beziehungsweise wie das Lehrgeld bei der Wirecard-Aktie einem dabei behilflich sein kann, solche Performances künftig nicht mehr mitzuerleben. Werfen wir in diesem Sinne jetzt einen Foolishen Blick auf drei wertvolle Lektionen aus dem Kursdebakel. Und darauf, wie dich diese langfristig möglicherweise erfolgreicher werden lassen können.

1) Der Wert der Diversifikation!

Etwas ganz Essenzielles, das man jetzt aus dem Abverkauf mitnehmen sollte, ist der Wert der Diversifikation. Oder anders ausgedrückt: Wer sein finanzielles Schicksal bloß auf die Aktie von Wirecard gesetzt hat oder jedenfalls zu einem großen Anteil, der wird seine Entscheidung jetzt vermutlich bereuen.

Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn man ein diversifiziertes Portfolio besitzt. Selbst wenn die Wirecard-Aktie hier einen vergleichsweise großen Stellenwert von 5 % oder mehr an deinem Gesamtportfolio ausgemacht hat, so wirst du dich mittelfristig von der schlechten Performance erholen. Ja, selbst wenn es bei dem DAX-Zahlungsdienstleister zu einem Totalausfall kommen sollte, wird es keinen existenziellen Schaden geben.

Gerade mit Blick auf das Beispiel Wirecard ist ein hohes Maß an Diversifikation sehr wichtig. Im Endeffekt werden wir leider niemals einen solchen Einblick in die Unternehmen bekommen können, dass wir solche Skandale zu 100 % ausschließen können. Eine gesunde Streuung ist daher essenziell beim erfolgreichen Vermögensaufbau.

2) Das Investieren in Krisenaktien

Allerdings haben viele von uns auch jetzt eine andere Lektion gelernt. Zwar eine teure, die jedoch unterm Strich verhindern könnte, dass wir auch künftig ein solches Schicksal erleiden. Der Bilanzskandal ist schließlich nicht urplötzlich und aus dem Nichts heraus aufgetaucht. Nein, sondern er hat sich lange Zeit angedeutet.

Im Grunde genommen dauert die Causa schon seit fast anderthalb Jahren an. Zu Beginn des Börsenjahres 2019 hat Financial Times-Autor McCrum bereits darauf hingewiesen, dass etwas im Zahlenwerk nicht stimmen könnte. Letztlich sollte er recht behalten. Und Investoren kannten über eine lange Zeit das Risiko, dass hier wirklich etwas im Argen liegen könnte.

Künftig werde ich persönlich solche Krisenaktien daher meiden. Vor allem, wenn es um wesentliche Dinge wie die Bilanz oder das Zahlenwerk geht. Zumal es in vielen Megatrendbereichen wie dem der Zahlungsabwickler mehr als einen starken Namen gibt. Für etwas Zusatzrendite so stark ins Risiko zu gehen, das ist es mir künftig nicht mehr wert.

3) Das Verhalten des Managements

Nein, ich möchte jetzt nicht erneut das Fass aufmachen, ob dem Wirecard-Management konkrete Vorwürfe zu machen sind. Allerdings können wir im Nachhinein feststellen, dass zumindest das Krisenmanagement und die Kommunikation etwas sind, das ich künftig im Auge behalten werde.

Die Verantwortlichen bei Wirecard haben es schließlich über Quartale und fast anderthalb Jahre nicht geschafft, die Thematik zu beenden. Wie wir jetzt sehen können, aus gutem Grund. Allerdings ist auch die Kommunikation und speziell das Betonen, dass alles in Ordnung sei, ein gigantischer Fehler gewesen. Zumal es eben keine entlastenden Beweise gab, sondern bloß ominöse halbgare Prüfungen und Erkenntnisse.

Auch das wird mir künftig eine Lehre sein: Wenn ein Management herumdruckst, sich unklar ausdrückt oder betont oft sagt, alles sei in Ordnung, wird das ein rotes Tuch für mich sein. Auch hier kann Wirecard ein teures, lehrreiches Beispiel sein.

Solche Fehlinvestitionen künftig vermeiden!

Foolishe Investoren, die jetzt bei Wirecard viel Geld verloren haben oder auch nicht, sollten sich daher zwingend überlegen, was sie aus dem Debakel lernen können. Negativbeispiele sind schließlich hervorragend geeignet, um aus Fehlern zu lernen. Vielleicht umso mehr, wenn man selbst die Auswirkungen im Portfolio spürt.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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