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Auf diese Betrugsmaschen fallen Midlifer am häufigsten rein

·Freie Autorin
·Lesedauer: 6 Min.

Wenn es um Abzocken geht, werden Kriminelle immer erfindungsreicher. Und meist sind es Personen mittleren Alters, die ins Visier von Betrügern geraten und nicht selten ihre gesamten Ersparnisse verlieren. Für diese Betrugsarten sind Midlifer am empfänglichsten.

Person tippt
Romance Scammer haben es am häufigsten auf alleinstehende Frauen mittleren Alters abgesehen (Symbolbild: Getty Images)

Je älter die Menschen werden, umso seltener fallen sie Betrügern zum Opfer. Das zumindest berichtet Action Fraud, Großbritanniens Meldestelle für Betrugsfälle. Diejenigen, die jedoch am meisten Geld verlieren, wenn sie auf Betrugsmaschen hereinfallen, sind Midlifer, also Personen zwischen 40 und 59. Während junge Menschen ein paar Euro in Fake-Produkte auf Online-Plattformen investieren, sind es wohlhabende Personen mittleren Alters, die häufig den falschen Personen vertrauen und dabei ihre gesamten Ersparnisse verlieren. 

Diese Betrugsmaschen sind dabei die häufigsten:

Romance scamming – romantische Betrüger

Datingplattformen boomen – das nutzen auch Love Scammer aus und suchen sich meist alleinstehende Frauen oder Männer mittleren Alters aus. Polizeidaten zufolge sind mehr als 40 Prozent der Betrugsopfer von Love Scamming zwischen 40 und 50 Jahre alt. Das ist auch die Betrugsmasche, auf die Midlifer am häufigsten hereinfallen. 

Sie lernen jemanden im Internet kennen, verlieben sich in einen Unbekannten oder eine Unbekannte, der ihnen mit einer falschen Identität und oft mit falschem Foto die große Liebe vortäuscht. Dann gerät er oder sie in Not und bittet um Geld. Und das verliebte Gegenüber zahlt meist auch. Die britische "Serious Crime Agency“ hat errechnet, dass einzelne Opfer in Großbritannien bis zu 800.000 Pfund gezahlt haben.

Da Love Scamming auch in Deutschland zunimmt, hat die Polizei Nordrhein-Westfalen Rheinisch-Bergischer Kreis ein Handout veröffentlicht, in dem sie vor Romance Scammern warnt und Tipps zur Vorsorge gibt: 

Typisches Vorgehen von romantischen Betrügern:

  • Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke oder Partnerschaftsplattformen (z.B. Instagram, Tinder und Co.)

  • Scam-Männer geben sich häufig als gut situierte Weiße (Ingenieure, Ärzte, Computerspezialisten, Geschäftsleute, US-Soldaten) aus

  • Scam-Frauen geben häufig vor Ärztinnen, Krankenschwestern, Lehrerinnen, Geschäftsfrauen etc. zu sein - häufig aus Russland oder Osteuropa

  • Scammer sind auf den Fotos immer sehr attraktive Menschen. Die Fotos sind in aller Regel gestohlen

  • Die Kontaktanbahnungen laufen durchaus mehrere Wochen und Monate. Die Scammer schleichen sich dabei "emotional in die Herzen ihrer Opfer“ ein und machen sie emotional abhängig

Warnhinweise: 

  • Die Person auf dem Foto ist "zu schön, um wahr zu sein“

  • Das Foto ist sehr klein und eventuell unscharf

  • Die Schreibstil ist sehr pathetisch oder schwülstig

  • Scammer agieren oft auf Englisch

  • Scammer wollen unerkannt bleiben und drängen ihre Opfer häufig schnell dazu, die Dating-Plattform oder das Flirtportal zu verlassen und auf einen privaten Chat, E-Mail oder Messenger zu wechseln

  • Scammer versuchen ihre Opfer hinzuhalten - Treffen kommen de facto nicht zustande

  • Kurz vor einem vermeintlichen Treffen passieren dem Scammer immer dramatische Zwischenfälle (Überfälle, Unfälle, Dokumentendiebstähle etc.)

  • Im Zusammenhang mit diesen dramatischen Lebenslagen bitten sie die Opfer schließlich um Geld

Wie Sie vorsorgen können

Legen Sie sich für Dating-Portale eine alternative E-Mail-Adresse zu, so dass Ihr Haupt-Mailaccount nicht in Gefahr geraten kann! Geben Sie keine sensiblen Daten preis und senden Sie nie Geld an Menschen, die Sie nie gesehen haben! Die Person wird alles tun, um Sie dazu zu bewegen, ihr Geld zu schicken. Sie wird ihnen vorgaukeln, dass ein Verwandter krank geworden sei, er oder sie seine kompletten Ersparnisse verloren hat, oder Geld für einen Flug braucht, um Sie besuchen zu kommen. 

Senden Sie außerdem keine Kopien von Ausweisen, Pässen oder Geburtsurkunden zu. Auch intime Fotos sollten privat bleiben und nie per WhatsApp und Co. verschickt werden. Damit könnten Sie später nämlich erpresst werden!

Mehr Infos gibt es unter Polizei-Beratung.de.

Investitionsbetrug

Erfundene Werbeschaltungen, hohe Gewinnversprechen und persönliche Betreuung verleiten die Opfer oft zu großen Investitionen. An zweiter Stelle der häufigsten Betrugsmaschen sind Investitionsscams. 

Bei diesen Investitionen sollten Sie hellhörig werden:

  • Wenn es so kompliziert ist, dass Sie es einem Freund nicht in ein paar Sätzen erklären können, sollten Sie lieber die Finger davon lassen

  • Die Investition ist sehr einfach und klingt zu gut, um wahr zu sein 

  • Die Investition läuft angeblich über ein bekanntes Unternehmen ab, ist aber nicht auf der Webseite dieser Firma zu finden

  • Die Gelegenheit bezieht sich auf ein Thema, das derzeit in den Nachrichten ist, z.B. neue erneuerbare Energien, Kohlenstoffkredite oder das Coronavirus

  • Sie müssen die Zahlung über ihre Banking-App tätigen. Warum werden keine EC-Karten akzeptiert wie bei anderen Firmen?

  • Sie bekommen oft höhere Rendite, doch trotz der hohen Expertise kann Ihnen niemand genau erklären, wieso

  • Sie müssen sofort handeln. Das Zeitfenster für die Investition schließt gleich

  • Sie werden angerufen oder bekommen aus heiterem Himmel eine E-Mail

Tipps zur Vorsorge:

Auch hier sollten Sie kein Geld oder sensible Daten senden und im Zweifelsfall die Polizei einschalten. Falls die Person angibt, für ein bekanntes Unternehmen zu arbeiten, informieren Sie dieses Unternehmen darüber. 

Online-Banking-Betrug

Erst vor einigen Monaten haben Trickbetrüger in Oberbayern mehr als 190.000 Euro erbeutet. Die Unbekannten entlockten ihren Opfern geschickt Zugangsdaten und Transaktionsnummern für ihr Online-Banking. Midlifers fallen oft auf solche Hacker rein, weil sie zwar Geld, aber keine Zeit haben. 

Die Polizei warnt: Bei dieser Betrugsmasche werden Bankkunden, die über eine Suchmaschine auf die Website ihrer Hausbank gelangen wollen, auf täuschend echt aussehende Fake-Websites geleitet. Beim Log-In zum Onlinebanking erfolgt dann eine Fehlermeldung mit der Aufforderung eine bestimmte Telefonnummer anzurufen, weil das Konto angeblich gesperrt sei.

Geben Sie niemals sensible Daten am Telefon preis (Symbolbild: Getty Images)
Geben Sie niemals sensible Daten am Telefon preis (Symbolbild: Getty Images)

Hier fordert ein vermeintlicher Mitarbeiter der Bank den Fernzugriff auf den Rechner des Kunden, um das Problem zu beheben. Den Tätern gelingt es so, Zugriff auf das Konto ihres Opfers zu erlangen und Software auf dessen Rechner zu installieren, um beispielsweise ein Video-Ident-Verfahren durchzuführen.

Die Opfer werden in diesem Zusammenhang oft aufgefordert, die entsprechenden Transaktionsnummern (TAN bzw. iTAN) mitzuteilen, die angeblich nötig seien, um die Freischaltung des Kontos abzuschließen.

Warnung der Polizei

Die Polizei rät, niemals vertraulichen Daten wie Passwörter per E-Mail oder Telefon herauszugeben. Und stellen Sie sich die Frage: Wieso ruft Sie jemand an, der behauptet, Ihr Geld sei in Gefahr und verlangt von Ihnen es zu verlagern, statt einfach etwas dagegen zu tun?

  • Besuchen Sie die Website Ihrer Bank nie über eine Suchmaschine bzw. Verlinkung.

  • Erlauben Sie Ihnen unbekannten Personen keinen Zugriff auf Ihren PC; im Zweifel rufen Sie den Kundenservice Ihrer Bank über eine selbst recherchierte Telefonnummer an

  • Übermitteln Sie niemals Ausweiskopien im Internet

  • Das Video-Ident-Verfahren ist nur nötig, um ein neues Konto bei einer Onlinebank zu eröffnen. Führen Sie es nicht zu anderen angeblichen Zwecken durch

  • Die TAN bzw. iTAN ist Bestandteil der sogenannten „Zwei-Faktoren-Authentifizierung“ und nur für den Kontoinhaber bestimmt. Geben Sie diese niemals an andere Personen weiter!

Telefonabzocke

Etwa ein Drittel aller Opfer, die Telefonbetrügern auf den Leim gehen, sind Midlifer. Falsche Gewinnversprechen, SMS-Nachrichten, die Malware auf Ihrem Smartphone installieren und Ihre Daten hacken – die Betrugsmaschen via Telefon werden immer erfindungsreicher. Häufig ist auch der Trickbetrug "Polizei". Dabei geben sich Kriminelle als Ordnungshüter aus und behaupten, Ihre Wertsachen oder Ersparnisse seien nicht mehr sicher. Wenn die falsche Polizei am Telefon ist, bewahren Sie Ruhe und melden Sie es der echten Polizei. Auch sollten Sie nie auf Links in Spam-Nachrichten klicken oder Nummern zurückrufen, die Ihnen unbekannt sind. 

VIDEO: Neues Gesetz gegen Inkasso-Abzocke geplant

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