Deutsche Märkte geschlossen

Atommüll-Behörde verteidigt Atomausstieg trotz Klimakrise

Behördenchef Wolfram König sieht das Ende der Atomkraft in Deutschland als Sicherheitsgewinn. Bis Ende 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen.

Der Chef der Atommüll-Behörde hält den Ausstieg aus der Atomenergie nach wie vor für richtig. Foto: dpa

Der Chef der Behörde für den Umgang mit Atommüll hält den Ausstieg aus der Atomkraft trotz der Probleme beim Klimaschutz für richtig. „Es sind die richtigen Schlussfolgerungen getroffen worden nach den Erfahrungen von Tschernobyl und Fukushima“, sagte Wolfram König den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die Atomkraft werfe zentrale Sicherheitsfragen auf, es würden „Hochrisikostoffe“ erzeugt, die auch Basis für eine nukleare Bewaffnung sein könnten. „In Deutschland hat es über Jahrzehnte einen gesellschaftlichen Großkonflikt gegeben über die Nutzung der Atomenergie, den wir mit dem Ausstieg befrieden“, sagte König.

Er leitet das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das unter anderem für die Themen End- und Zwischenlager sowie Atomtransporte zuständig ist. Ende Dezember geht das Kernkraftwerk im badischen Philippsburg vom Netz, bis Ende 2022 steigt Deutschland komplett aus der Atomkraft aus.

Angesichts der Klimakrise stellen manche Politiker das infrage und fordern, lieber schneller aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Kohle auszusteigen. Das soll in Deutschland spätestens bis 2038 passieren.

Es bringe einen Sicherheitsgewinn, wenn weniger Atomkraftwerke am Netz seien, sagte König. „Die Herausforderung wird sein, die Versorgungssicherheit bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Kohleverstromung zu gewährleisten.“ Der Ausbau der regenerativen Energien und der Stromnetze müsse „massiv vorangetrieben“ werden. Es gebe aber auch Reserve-Kraftwerke, die sicherstellten, dass es nicht zu Engpässen komme. Derzeit stockt insbesondere der weitere Ausbau der Windkraft auf dem Land.