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Atomkraft: RWE will sich an Entscheidung der Politik halten

ESSEN (dpa-AFX) - Die Entscheidung über einen Weiterbetrieb seines Kernkraftwerks Emsland über das Jahresende hinaus sieht der Energiekonzern RWE <DE0007037129> bei der Politik. "Wichtig ist, dass jetzt ein Stresstest gemacht wird. Auf Basis des Stresstests wird die Politik dann die Entscheidung treffen und die warten wir ab", sagte RWE-Vorstandschef Markus Krebber am Donnerstag in Essen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Nach der Entscheidung gehe es "in die Richtung, die die Politik wünscht".

Krebber sagte weiter: "Wir haben früher schon gesagt, die Kapazität der Anlagen, die zur Verfügung stehen würde, ist überschaubar. Der Effekt aufs Gassparen ist auch überschaubar. Es gibt rechtliche und regulatorische Hürden."

Bei dem sogenannten Stresstest sollen die Übertragungsnetzbetreiber die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland unter verschärften Bedingungen überprüfen. Wann das Ergebnis kommt, ist noch offen.

Am Mittwoch hatte sich der Energiekonzern Eon <DE000ENAG999> zurückhaltend zur Frage eines Weiterbetriebs seines Atomkraftwerks Isar in Niederbayern geäußert, gleichzeitig aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Sollte die Bundesregierung im Rahmen des laufenden Stresstests zu einer Neubewertung der Lage kommen, dann sind wir zu Gesprächen bereit", hatte Eon-Finanzvorstand Mark Spieker gesagt.

In Deutschland sind noch drei Kernkraftwerke am Netz. Betreiber des dritten Kraftwerks in Neckarwestheim (Baden-Württemberg) ist der Energiekonzern EnBW <DE0005220008>.