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AT&T schließt 2020 mit Milliardenverlust ab - Tagesgeschäft besser als erwartet

·Lesedauer: 2 Min.

DALLAS (dpa-AFX) - Der US-Telekomkonzern AT&T <US00206R1023> hat im vierten Quartal wegen des harten Konkurrenzkampfs auf dem US-Fernseh- und Videomarkt einen Milliardenverlust eingefahren. Weil der Konzern seine Videogeschäfte in eine eigene Sparte umgliederte und die Chancen im Heimatmarkt deutlich schlechter einschätzt, musste AT&T allein in diesem Segment 15,5 Milliarden Dollar an Wertberichtigungen vornehmen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Dallas (US-Bundesstaat Texas) mitteilte.

AT&T ist derzeit dem Vernehmen nach dabei, für seinen Tochterunternehmen DirecTV einen Käufer zu suchen. AT&T hatte den US-Satelliten-TV-Anbieter 2015 für 49 Milliarden Dollar übernommen - dürfte wegen des Booms von Videostreaming über die Internetleitung aber deutlich weniger bei einem Verkauf erzielen.

Unter dem Strich stand so im vierten Quartal ein Nettoverlust von 13,9 Milliarden Dollar, nach 2,4 Milliarden Dollar Gewinn im Vorjahresquartal. Die Aktie des Konzerns lag vorbörslich 3,2 Prozent im Minus.

Im Tagesgeschäft lief es dagegen etwas besser als erwartet. Im vierten Quartal sank zwar der auf eine Aktie entfallende um Sondereffekte bereinigte Gewinn um 14 Cent auf 75 Cent und der Umsatz ging um 2,4 Prozent auf 45,7 Milliarden US-Dollar zurück. Beide Werte lagen aber über den Analystenerwartungen. AT&T blickt nun vorsichtig optimistisch auf 2021. Im laufenden Jahr solle der bereinigte Gewinn je Aktie in etwa auf Höhe des Vorjahres liegen. Der Vorstand will zudem die Erlöse um gut ein Prozent steigern.

Maßgeblich für die Rückgänge im operativen Geschäft war die Corona-Pandemie. So seien etwa die Erlöse aus dem TV- und Kinogeschäft sowie die Mobilfunkumsätze wegen der geringeren Reiseaktivitäten der AT&T-Kunden zurückgegangen. Der Umsatz in Lateinamerika musste anteilsmäßig besonders starke Einbußen hinnehmen. Stattdessen verdoppelte sich die Zahl der aktivierten Abonnements des eigenen Streaming-Dienstes HBO Max im Vergleich zum Vorquartal auf 17,2 Millionen Ende des Jahres.