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Astra-Zeneca-Impfstoff wirkt bei südafrikanischer Virus-Mutation wohl begrenzt

Hoppe, Till
·Lesedauer: 3 Min.

Die südafrikanische Virus-Variante stellt die Pharmaunternehmen vor Herausforderungen. Einer Studie zufolge bietet das Mittel wohl keinen umfassenden Schutz.

Der Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca bietet offenbar nur begrenzten Schutz vor einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus. Dies hätten erste Ergebnisse einer Studie ergeben, teilte das britische Pharmaunternehmen mit. Ob der Impfstoff schweren Krankheitsverläufen wirksam vorbeugt, lässt sich demnach noch nicht belastbar sagen. Das Unternehmen zeigte sich aber zuversichtlich.

Die Unsicherheiten ergeben sich aus dem begrenzten Umfang der Studie, die von der südafrikanischen Universität Witwatersrand und der Universität Oxford durchgeführt und noch nicht durch Experten begutachtet wurde. An dieser nahmen laut „Financial Times“ 2026 Personen teil, von denen die Hälfte einen Placebo gespritzt bekamen.

Die zweifache Injektion des Impfstoffes habe „keinen Schutz gegen mild-moderates Covid-19“ durch die südafrikanische Variante gezeigt, zitierte die Zeitung aus der Studie, die am Montag veröffentlicht werden soll.

Keiner der Teilnehmer habe einen schweren Verlauf gehabt oder sei gestorben. Da an der Studie überwiegend junge und gesunde Probanden teilgenommen hätten, lasse sich anhand dessen noch nicht die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe abschätzen, so Astra-Zeneca.

Der Konzern geht aber davon aus, dass der Impfstoff auch Schutz vor schweren Krankheitsverläufen biete. Der Impfstoff solle nun so angepasst werden, dass er auch bei der Mutante wirksam ist. Angepeilt ist demnach ein möglicher Auslieferungstermin im Herbst.

Weitere Varianten

Neben der südafrikanischen Virusmutation kursieren derzeit zwei weitere Varianten, die zuerst in Großbritannien und Brasilien entdeckt wurden. Sie alle gelten als ansteckender als die Ursprungsvariante und haben sich bereits in vielen Ländern weltweit verbreitet. Die Hersteller testen derzeit unter Hochdruck, wie ihre Impfstoffe gegen die unterschiedlichen Varianten wirken.

Während die Ergebnisse bislang für die britische Mutante B.1.1.7 weitgehend positiv sind, bereitet die südafrikanische Variante größere Sorgen. Der US-Hersteller Moderna hatte angekündigt, sein Vakzin auf diese anzupassen, nachdem Studien eine deutlich reduzierte Effektivität gezeigt hatten.

Biontech und Pfizer hatten mitgeteilt, ihr Impfstoff habe in Labortests eine etwas geringere Wirksamkeit gezeigt. Auch Johnson & Johnson und Novavax, deren jeweilige Impfstoffe als Nächstes zugelassen werden könnten, hatten von einer eingeschränkten Effektivität bei dieser Variante berichtet.

Nötige Anpassungen könnten die Impfkampagnen weltweit verlangsamen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht derzeit mit Biontech über finanzielle Unterstützung beim Ausbau der Produktionskapazitäten.

„Wir wollen für den Fall problematischer Mutationen oder notwendiger Auffrischungsimpfungen auch für 2022 ausreichend Kapazität für Deutschland, Europa und die Welt sichern“, sagte er. Laut Spahn hat das Unternehmen beim jüngsten Impfgipfel einen möglichen Finanzbedarf von bis zu 400 Millionen Euro für die Reservierung von Kapazitäten und Rohstoffen angemeldet.

„Im vergangenen Jahr hätte uns mehr Geld nicht geholfen, weil wir den Produktionsprozess im großen Maßstab erst sicher aufstellen mussten“, sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting dem „Spiegel“. „Jetzt aber würde Geld helfen. Erst recht, wenn wir für nächstes Jahr eine Kapazität von drei Milliarden Dosen antizipieren sollen, wie es diese Woche bereits angefragt wurde.“

Mehr: Lesen Sie hier, ob Russlands Impfstoff Europas Impfkampagne retten kann.