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Asmussen: Zypern muss Bankensektor verkleinern

Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Jörg Asmussen, hat sich für Finanzhilfen für Zypern eingesetzt, als Vorbedingung jedoch Maßnahmen des Landes gegen Geldwäsche gefordert. Zypern brauche ein Anpassungsprogramm; vor allem müsse der Bankensektor, der sieben bis acht Mal der Größe des Landes entspräche, geordnet verkleinert werden, sagte Asmussen in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Dafür wird man Finanzhilfen brauchen".

Damit ein Hilfsprogramm beschlossen werden könnte, müsse Zypern aber in Vorleistung gehen, sagte Asmussen weiter. "Zypern muss die Transparenz deutlich erhöhen". Über die Einhaltung der Geldwäschestandards solle eine internationale Wirtschaftsprüfungsgemeinschaft wachen, bekräftigte Asmussen weiter. Er zeigte sich überzeugt, dass sich der Nachfolger von Präsident Demetris Christofias weniger ablehnend zu der Forderung zeigen wird.

Um die Schuldentragfähigkeit sicher zu stellen, fordert Asmussen außerdem "weit reichende Privatisierungen". Auch das hatte der bisherige Präsident abgelehnt. Nach der Wahl müsse man sehen, ob man so ein Programm "vernünftig verhandeln kann".

Zypern hatte am Sonntag inmitten einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise gewählt, über den künftigen Präsidenten entscheidet nun eine Stichwahl am kommenden Sonntag. Laut dem Endergebnis liegt der konservative Oppositionspolitiker Nikos Anastasiades mit 45 Prozent der Stimmen klar in Führung vor Ex-Gesundheitsminister Stavros Malas. Anastasiades sprach sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen aus, um Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen. Im Juni hatte das Land eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt, es benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro.