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Argentinien verlängert Verhandlungen mit Gläubiger um einen Monat

BUENOS AIRES/NEW YORK (dpa-AFX) - Im Ringen um einen Schuldenschnitt für Argentinien hat die Regierung in Buenos Aires kurz vor Fristende ihr Angebot an die privaten Gläubiger erneut verlängert. Bis zum 24. Juli könnte mit den Eignern von nach ausländischem Recht ausgegebenen Staatsanleihen nun weiter nach einer Lösung im Schuldenstreit gesucht werden, teilte das argentinische Finanzministerium am Freitag mit.

Es ist die bislang längste Fristverlängerung in den seit rund zwei Monaten andauernden Verhandlungen. Zwar waren sich die Regierung und die großen Gläubigergruppen zuletzt etwas näher gekommen. Lokalen Medienberichten zufolge sollen aber immer noch über sechs Milliarden US-Dollar zwischen den nachgebesserten Angeboten der beiden Lager liegen. Gleichzeitig haben Regierung und Kreditgeber durchblicken lassen, nun ihre jeweilige Schmerzgrenze erreicht zu haben.

Die Schulden der zweitgrößten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien Zugeständnisse von den Gläubigern. Beispielsweise sollen sie auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar verzichten. Die Regierung will die Zahlungen einige Jahre aussetzen, die Zinszahlungen kräftig und die eigentlichen Kredite leicht kürzen.

Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft von rund zehn Prozent. Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht.