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Arbeitsmarkt trotzt schwacher Wirtschaft: Beschäftigung nimmt nochmals zu, Zahl der Arbeitslosen steigt weniger stark als üblich

Die Jobcenter in Deutschland sind für die Beschäftigung wieder etwas optimistischer. Das Ifo-Institut warnt dagegen vor mehr Entlassungen.  - Copyright: Picture Alliance
Die Jobcenter in Deutschland sind für die Beschäftigung wieder etwas optimistischer. Das Ifo-Institut warnt dagegen vor mehr Entlassungen. - Copyright: Picture Alliance

Der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt sehr stabil – trotz der Wirtschaftskrise, zunehmenden Insolvenzen und häufigeren Meldungen über Entlassungen. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen zwar, aber weniger stark als es im Winter üblich ist. Die Beschäftigung nahm auf ihrem Rekordniveau auch im Dezember noch einmal zu. Das zeigen neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamtes.

2,8 Millionen Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 170.000 mehr als im Dezember und 190.000 mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg zum Vorjahr beschleunigte sich nicht. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

„Der alljährliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel fällt in diesem Jahr geringer aus“, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. „Auch die Beschäftigung und die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigen sich konstant, sodass sich der Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn trotz der anhaltenden Wirtschaftsschwäche stabil zeigt“. In vergleichbaren Jahren vor der Corona-Pandemie war die Arbeitslosigkeit im Januar üblicherweise um etwa 200 000 Personen gestiegen.

Dennoch hinterlässt die dauernde Wirtschaftsflaute Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Wer arbeitslos ist oder jetzt seine Stelle verliert, hat es schwerer, einen neuen Job zu finden. Im Januar waren den Jobcentern etwa 699 000 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 66 000 weniger als vor einem Jahr.

Die Beschäftigung in Deutschland stieg auf ihrem Rekordniveau im Dezember um 23.000 auf 46 Millionen, teilten die Statistiker mit. Im gesamten vierten Quartal 2023 habe sich die Beschäftigung positiv entwickelt, währen die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent schrumpfte.

Betriebe suchen händeringend Auszubildende

Nach wie vor fehlen vielen Unternehmen also viele Fachkräfte, Personal allgemein und besonders Auszubildende. Viele Lehrstellen, die von Betrieben angeboten werden, können nicht besetzt werden. Von Oktober 2023 bis Januar 2024 waren noch 64 000 junge Menschen auf Ausbildungssuche. Ihnen standen 85 000 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber.

Wie es am Arbeitsmarkt weitergeht, ist angesichts der angespannten Wirtschaftslage ungewiss. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts bei Unternehmen sinkt deren Bereitschaft, Personal einzustellen. Es drohen auch mehr Entlassungen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank zuletzt. Dagegen sind die Experten der Jobcenter zuversichtlich, dass die Beschäftigung weiter steigt. Das Arbeitsmarktbarometer des IAB stieg.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im Januar leicht auf 95,5 Punkte. Ein Wert unter 100 signalisiert eine abnehmende Beschäftigung. „Die wirtschaftlich schwierige Lage spiegelt sich nun auch in den Personalplanungen wider“, sagte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe: „Die Unternehmen sind eher zurückhaltend bei Neueinstellungen. Erste Entlassungen werden wahrscheinlicher.“

IAB-Beschäftigungsbarometer steigt: mehr Jobs

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer stieg im Januar zum zweiten Mal in Folge, nachdem es zuvor seit dem Frühjahr 2023 gefallen war. Es beruht auf einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei allen Jobcentern. Das Barometer kletterte um 0,2 Punkte auf 100,3 Punkte. Es liegt damit über dem neutralen Wert von 100 Punkten und signalisiert eine wachsende Beschäftigung.

„Die Arbeitsagenturen erwarten, dass die Beschäftigungsentwicklung nach einer Flaute wieder etwas anzieht“, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. „Die Jobchancen von Arbeitslosen müssen wieder gesteigert werden, sonst droht weitere Verfestigung“, forderte Weber.

Das steckt hinter dem gespaltenen Ausblick

Die Umfragen widersprechen sich nur auf den ersten Blick, denn der Arbeitsmarkt ist von einer Besonderheit gekennzeichnet: Sowohl die Beschäftigung als auch die Arbeitslosigkeit nehmen zu. Das liegt daran, dass derzeit mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen. Zum einen sind dies Zuwanderer und Geflüchtete, zumal aus der Ukraine, die hier arbeiten dürfen. Aber auch die laufende Anhebung des Rentenalters und mehr Flexibilität durch Home-Office erhöhen das Arbeitskräfteangebot. Die Beschäftigung steigt, weil Unternehmen weiterhin Personal suchen.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Arbeitslosen. Geflüchtete, die arbeiten dürfen, tauchen auch eher in der Arbeitslosenstatistik auf. Gleichzeitig wächst aufgrund der wachsender Probleme vieler Unternehmen das Risiko, arbeitslos zu werden und dann länger zu bleiben.

Die Beschäftigung in Deutschland lag mit 46,2 Millionen Menschen zum Jahresende auf Rekordniveau. Im Durchschnitt des Jahres hatten in Deutschland 2023 rund 45,9 Millionen Menschen Arbeit. Das waren rund 300.000 mehr als im Vorjahr. In Umfragen geben Firmen sogar an, dass sie über die gemeldeten offenen Stellen hinaus sogar 1,5 Millionen Arbeitsplätze nicht besetzen können.