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BA und Heil ziehen positive Bilanz für zweites Corona-Jahr am Arbeitsmarkt

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Logo der Bundesagentur für Arbeit (AFP/INA FASSBENDER)

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der zuständige Minister Hubertus Heil (SPD) haben eine positive Bilanz für den Arbeitsmarkt im zweiten Corona-Jahr gezogen. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung seien 2021 trotz Pandemie im Schnitt "merklich gesunken", teilte die BA am Dienstag mit. Heil sagte, der Arbeitsmarkt sei durch die Pandemie "zwar erschüttert worden, aber wir konnten ein großes Beben abwenden".

Im vergangenen Jahr reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 82.000 auf im Schnitt 2,613 Millionen, wie die BA in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit im Jahresdurchschnitt um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

"Alles in allem war die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Verlauf des Jahres 2021 gut", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. "Anfangs war sie allerdings noch spürbar von der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung geprägt, bevor im Sommer eine Erholung einsetzte." Gleichzeitig seien verstärkt Lieferengpässe in den Vordergrund getreten, die insbesondere das Verarbeitende Gewerbe beeinträchtigt hätten.

Die Erholung am Arbeitsmarkt setzte sich nach BA-Angaben zwar auch im Dezember fort - zugleich gab es aber wieder zunehmend Unsicherheit durch die pandemische Lage. "Die Anzeigen für Kurzarbeit sind im Dezember kräftig gestiegen", erklärte Scheele.

Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember - wie in diesem Monat üblich - gegenüber dem Vormonat leicht und stieg um 12.000 auf 2,33 Millionen. Saisonbereinigt nahm sie um 23.000 ab. Verglichen mit dem Dezember des vorigen Jahres war sie um 378.000 niedriger. Die Arbeitslosenquote lag damit im Dezember wie schon im November bei 5,1 Prozent, 0,8 Prozentpunkte niedriger als im Dezember 2020.

Heil sagte zur Entwicklung des Arbeitsmarkts: "Wir nähern uns, was die Beschäftigung betrifft, dem Vorkrisenniveau." Er sprach von zwei positiven Entwicklungen trotz der Krise. So sei die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung "noch nie so hoch gewesen" - sie lag im Oktober 2021 bei 34,37 Millionen Beschäftigten und war damit über 500.000 höher als im Vorjahresmonat. Zudem war die Jugendarbeitslosigkeit zuletzt auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Insgesamt hätten Wirtschaftshilfen und Kurzarbeit geholfen, in der Krise "Millionen Jobs zu erhalten", sagte Heil. Das sei zwar "sehr teuer" gewesen. Demnach wurden bis Mitte Dezember 2021 seit Beginn der Corona-Krise 42 Milliarden Euro allein für die Kurzarbeit aufgewendet. "Die Alternative, nämlich die Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit zuzulassen", wäre hingegen "ökonomisch und sozial viel, viel teurer geworden".

Die Linke warnte davor, dass die konjunkturelle Erholung durch die vierte Corona-Welle "erneut ins Stocken" geraten könne. Das wiederum würde auch den Arbeitsmarkt wieder belasten. Mehr Aufmerksamkeit müsse dabei dem Arbeitsplatzmangel zuteil werden, nicht nur dem Fachkräftemangel, forderte die Linken-Politikerin Susanne Ferschl. Im Dezember hätten den offiziell gezählten über 2,3 Millionen Arbeitslosen lediglich rund 794.000 gemeldete offene Stellen gegenübergestanden.

Heil versprach, "in einigen Tagen, Wochen" einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Mindestlohns mit einem konkreten Zeitplan vorzulegen. Die Ampel-Koalition will den Lohn im Laufe des Jahres in einem Schritt auf zwölf Euro pro Stunde erhöhen.

Ein höherer Mindestlohn sei ein "Gebot der Leistungsgerechtigkeit", sagte der Arbeitsminister. Studien zeigten zudem, dass dadurch "die gesamte Wirtschaft ein Stück produktiver" und die Kaufkraft gestärkt werde. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts für die Gewerkschaft IG BAU könnte die Erhöhung zu einem Kaufkraftzuwachs von rund 9,8 Milliarden Euro im Jahr führen.

hcy/ilo

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