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Wie Arbeitgeberbewertungen im Netz die Job-Wahl beeinflussen

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

Ausgeprägte Work-Life-Balance, kompetenter Führungsstil oder ein gutes Betriebsklima: Am Anfang überlegt jeder Jobsuchende, worauf er bei einem Unternehmen besonderen Wert legt. Oft verraten schon Stellenanzeigen ein bisschen was über den potenziellen Arbeitgeber. Da diese aber vonseiten des Unternehmens stammen, geben sie nicht wirklich einen Einblick, wie es hinter den Kulissen aussieht. Das Bewerbungsgespräch verrät da schon mehr. Trotzdem kann man sich nie zu 100 Prozent sicher sein, wie es sich wirklich anfühlt, in einem Unternehmen zu arbeiten – bis man dort arbeitet.

Eine gute Entscheidungshilfe bieten deshalb Portale wie Kununu, mein Chef oder Glassdoor. Dort können Mitarbeitende ihren aktuellen oder auch ehemaligen Arbeitgeber bewerten. Wie gut ist das Betriebsklima dort? Welche Gehälter verdienen die Kollegen? Wie viel Kompetenz hat die Führungskraft? Sind die Aufgaben interessant?

Tatsächlich machen viele von diesen Angeboten Gebrauch. In einer Untersuchung hat der Digitalverband Bitkom hierzu mehr als 1.000 Deutsche ab 16 Jahren befragt. Knapp die Hälfte von ihnen gab an, sich online über Bewertungen von Arbeitgebern zu informieren. Und nicht nur das: Viele von ihnen lassen sich davon bei der Job-Suche beeinflussen.

2018 lasen noch deutlich weniger Jobsuchende Arbeitgeberbewertungen

Die Auswertung der Befragung zeigt, dass 47 Prozent der Teilnehmenden schon einmal eines der genannten Portale aufgerufen haben, um dort eine Bewertung über ein Unternehmen zu lesen. Ein deutlicher Anstieg: 2018 lag der Anteil laut dem Digitalverband noch elf Prozent darunter.

Besonders interessant sind die Bewertungen im Netz für bereits Berufstätige. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent sagte, dass er oder sie sich auf Bewertungsplattformen über den Arbeitgeber informiert. "Online-Rezensionen spielen in der Arbeitswelt eine ähnliche Rolle wie beim Online-Shopping", sagt Bitkom-Arbeitsmarkt-Expertin Adél Holdampf-Wendel. "Eine gute Bewertung kann die Entscheidung für einen Job-Wechsel maßgeblich beeinflussen — und die Bedeutung wird immer größer."

Arbeitgeber sollten deshalb nicht den Fehler machen, Bewertungen nicht ernst zu nehmen — sondern diese vielmehr als Chance nutzen, die Erwartungen potenzieller Jobkandidaten besser kennenzulernen und einschätzen zu können.

Eine Visitenkarte des Arbeitgebers

Denn: Ob und wie ein Arbeitgeber auf eine Online-Bewertung reagiert, kann laut Holdampf-Wendel das eigene Image prägen. „Online-Bewertungen sind für viele die erste Visitenkarte eines Arbeitgebers", sagt sie. "Wer da Pluspunkte sammeln kann, hat im Kampf um die besten Köpfe eine bessere Ausgangsposition.“ Eine schlechte Beurteilung kann auch dazu führen, dass ein Kandidat einen Job ablehnt.

So haben zwölf Prozent der Befragten angegeben, sich aufgrund der Arbeitgeberbewertungen im Internet gegen einen möglichen Wechsel entschieden zu haben. 44 Prozent derjenigen, die schon mal eine Arbeitgeberbewertung gelesen hatten, gaben an, dass das ihre Entscheidung für oder gegen einen Job beeinflusst hat. 18 Prozent sagten, die Arbeitgeberbewertungen hätten sie zwar verunsichert, aber sie hätten sich trotzdem für den Job entschieden. 14 Prozent fühlten sich in ihrer Entscheidung für den neuen Arbeitgeber bestärkt — und zwei Fünftel hatten nicht die Absicht, ihren Job zu wechseln. Rund 28 Prozent der Befragten gab auch selbst Bewertungen ab. Unter den aktuell Berufstätigen waren es sogar ein Drittel.

Bewerber sollten Portale wie Glassdoor, Kununu oder mein Chef dennoch mit Vorsicht genießen. "Job-Interessenten sollten sich nicht von einzelnen Bewertungen blenden lassen, sondern sich immer ein umfassendes Bild machen", sagt Holdampf-Wendel. "Je mehr Einträge es gibt, desto plausibler ist das Gesamturteil." Es sollte allerdings trotzdem immer klar sein, dass Online-Bewertungen eher eine Orientierungshilfe sind — weil sie immer nur eine subjektive Empfindung widerspiegeln.

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